Der Giftschrank

Veröffentlicht 8. Februar 2019 in Drehbuch, Filme, Schreiben, Serien, TV

Als Drehbuchautor arbeitet man viel für die Tonne. Man entwickelt, schreibt Pitches, Exposés, Treatments, Drehbücher und dann, aus vielerlei Gründen – von denen die meisten nichts mit dem Geschriebenen zu tun haben – stirbt das Projekt. Zack. Bumm. Ende. Und die vom Autor ersehnte Buyout-Rate bleibt aus.

So ist das. Gehört zum täglichen Brot.

Und dann gibt’s da noch die Geschichten, die zwar gedreht werden, die aber trotzdem nie jemand zu Gesicht bekommt. Geschieht seltener, gehört aber auch zu.

Fertige Filme oder Serien landen unausgestrahlt im Giftschrank des Senders. Die Gründe dafür sind genauso vielfältig und häufig auch unverständlich wie die, die über Leben und Sterben eines Projekts bestimmen.

Auch ich hab so einen fertigen Film im Giftschrank: Leppel & Langsam – Gib den Löffel ab, aber richtig, ein Spielfilm aus der Pro7 Reihe Funny Movies.

 

 

Das waren Genre-Spoofs im Geiste der Zucker-Abrahams-Komödien, die die Ratpack Filmproduktion produziert hat. In der ersten Staffel zunächst als 45 min. Episoden und nach deren Erfolg dann in Spielfilmlänge.

Aber wo die erste Staffel (darunter auch mein Horror-Spoof H3 – Halloween Horror Hostel) noch Marktanteile im Bereich von 13-21 % einfuhr, scheiterten die Spielfilme auf dem Samstagssendeplatz um 20:15 Uhr dann kläglich. Nach zwei Filmen (Rookie – Fast platt und  Biss zur großen Pause – Das Highschool Vampir Grusical) war Schluss.

Und so blieb Leppel & Langsam unter der Regie von Thomas Bohn auf der Strecke, bzw. unausgestrahlt im erwähnten Giftschrank.

Persönlich bin ich eigentlich kein großer Fan von Spoofs. Story gibt’s da wenig, stattdessen im Stakkato gefeuerte Gag-Salven. Und von denen kann halt nicht jeder ein Treffer sein. Abgesehen davon lässt sich ja über Humor bekanntlich streiten. 🙂

Tatsächlich aber hat es großen Spaß gemacht diese Spoofs zu schreiben. Über die Qualität müssen die Zuschauer urteilen. Leider wird Leppel & Langsam wohl nie welche finden, zumindest keine offiziellen. Tatsächlich findet man den Film (komplett ohne Credits) als illegalen Download im Internet und das ebenfalls im Netz gefundene DVD Cover beweist, dass Leppel & Langsam sogar im Ausland unter dem Titel Cool & Fool kursiert, mit Sicherheit genauso illegal wie der Download.

FROHE WEIHNACHTEN!

Veröffentlicht 21. Dezember 2018 in Allgemein

Zu Gast bei krawatt’n’rock – dem Marketing-Podcast mit Musik und Bier

Veröffentlicht 12. Dezember 2018 in Allgemein

Ich hatte die Ehre bei der neuen Episode des krawatt’n’rock Podcast von Cristina Mlynek (Content Creator) und Sascha Nieroba (Texter) Gast sein zu dürfen. Vielen Dank an die beiden, es hat sehr viel Spaß gemacht.

An einem schönen Freitagabend haben wir, wie das bei den Krawattenrockern Tradition hat, mit Bier (und in meinem Fall auch Nachos)  über das Schreiben von Drehbüchern und Romanen, Filme, Zombies und Selfpublishing gequatscht. Dabei wird herzhaft geflucht und zum ersten Mal in der Geschichte des Podcasts die 2 Stunden-Marke geknackt.

Wer Lust drauf hat, kann sich das HIER anhören, bzw. bei iTunes oder direkt auf der krawatt’n’rock Website.

 

 

 

 

 

Die Weihnachtssaison ist eröffnet

Veröffentlicht 3. Dezember 2018 in Allgemein

WILLIAM GOLDMAN 1931 – 2018

Veröffentlicht 19. November 2018 in Drehbuch, Schreiben

„Nobody knows anything“

Der wohl berühmteste Satz eines der berühmtesten Drehbuchautoren über das Filmgeschäft.

William Goldman, Autor von Filmen wie Butch Cassidy & The Sundance Kid, The Princess Bride, Marathon Man, A Bridge too far, Misery und vielen anderen, ist im Alter von 88 Jahren gestorben.

Wer sein Buch Adventures in the Screen Trade nicht kennt, sollte das schleunigst nachholen. Wenn es ein Standardwerk über das Drehbuchschreiben gibt, dann dieses. Vor allem weil es keins der üblichen How-to-do-Bücher von Leuten ist, bei denen man sich fragt, was sie qualifiziert anderen Leuten Tipps und Regeln zu geben, sondern von einem Mann stammt, der weiß wovon er redet. Aber wie gesagt. letztendlich „weiß“ auch Goldman nichts. Das  macht er immer wieder deutlich. Und erzählt charmant, humorvoll, manchmal grantig, von seinen Erfahrungen als Drehbuchautor, von seinen Höhen und Tiefen, gespickt mit jeder Menge Anekdoten.

Die meisten Drehbücher von William Goldmann sind als Paperbacks erhältlich und zum Glück auch einige, wenn auch nicht alle, seiner großartigen Romane.

Wer den Meister selbst reden hören möchte, kann das hier tun – anderthalb Stunden ehrliche Worte.

Einige der wichtigsten: „You can only write what you give a shit about.“

Godspeed, Mr. Goldman.

HAPPY HALLOWEEN!

Veröffentlicht 31. Oktober 2018 in Allgemein

Neue Folge ALARM FÜR COBRA 11: Das Power-Paar

Veröffentlicht in Drehbuch, Serien, TV

Letzten Donnerstag im TV, noch in der Mediathek, meine neue Folge Alarm für Cobra 11: Das Power-Paar.

Hier der Trailer:

Die Heiland – Wir sind Anwalt

Veröffentlicht 4. Oktober 2018 in Drehbuch, Serien, TV

Seit September läuft in der ARD jeden Dienstag um 20:15 Uhr die neue Anwaltsserie Die Heiland – Wir sind Anwalt, über eine blinde Berliner Anwältin und ihre unkonventionelle junge Gehilfin.

Bei der Folge Verlorene Unschuld war ich Co-Autor und die Folge Tiefer Fall stammt aus meiner Feder (Fingerspitzen trifft es wohl besser).

Die ersten fünf Folgen, darunter die beiden genannten, sind noch immer in der ARD Mediathek abrufbar.

Die sechste und letzte Folge der ersten Staffel läuft am kommenden Dienstag, dem 09.10.18.

FOTO: obs/ARD Das Erste/ARD/Reiner Bajo

 

Der Horroktober ist da!

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Scheißhausliteratur (18) DEAD ZERO von Stephen Hunter

Veröffentlicht in Scheißhausliteratur

Meine erste Begegnung mit Bob Lee Swagger war Stephen Hunters erster Roman über den Vietnam-Veteran und Scharfschützen: Point of Impact von 1993. Darin wird Swagger von Geheimdiensten aufs Kreuz gelegt und für ein Attentat auf den US-Präsidenten zum Sündenbock gemacht. (Die Verfilmung unter dem Titel Shooter von 20o7 war der übliche mittelmäßige Antoine Fuqua-Film, mit Mark Wahlberg als Swagger).

Ich hatte beim Lesen immer einen weniger bekannten amerikanischen Nebendarsteller namens Stephen McHattie im Kopf. Inzwischen müsste Swagger in den Romanen soweit gealtert sein, dass ihn fast noch Clint Eastwood spielen könnte.

Bob Lee Swagger ist ein All-American-Hero: ein knarziger Marine-Veteran und Gunnery-Sergeant, ein mundfauler Good-Old-Boy aus den Südstaaten, aufrecht, unbestechlich, einer der mit Politik wenig am Hut hat, aber für einen Kameraden und die gerechte Sache immer in die Bresche springt, beziehungsweise seinen Kopf ins Fadenkreuz der Bad Guys hält.

Dead Zero ist inzwischen der siebte Roman über Bob Lee Swagger. Zwischendurch hat Stephen Hunter drei „historische“ Romane über Bobs Vater Earl Swagger geschrieben, den ebenso stoischen Weltkriegs-Veteran und Polizist, der sich ein paar Jahrzehnte vor seinem Sohn durch die Geschichte ballert und dabei die Wege einiger historischer Persönlichkeiten wie Harry Truman, Bugsy Siegel und Ernest Hemingway kreuzt. (In Last Light, dem zweiten Roman mit Bob Lee Swagger jagt und findet der Sohn Jahre nach Earls Tod die Mörder seines Vaters.)

Zurück zu Dead Zero: Diesmal soll Bob Lee den scheinbar duschgeknallten Marine-Sniper Ray Cruz stoppen, der den neuen, Amerika-freundlichen Präsidenten Afghanistans töten will. Natürlich ist der wahre Feind ein anderer und steckt wie so oft in den eigenen Reihen. Das ist voll von Hunters üblichem Schusswaffen-Fetischismus, aber der Autor, der sich selbst als „Liberal and Gunman“ bezeichnet, beschönigt nichts, sondern schildert die zahlreichen Schießereien und ihre blutigen Folgen mit brutalem Realismus. Außerdem öffnet der Roman die Tore für  einen weiteren Spross der Swagger-Familie, was Hunter allerdings sehr spät und ein bisschen unmotiviert aus dem Hut zaubert. So als sei ihm die Idee dazu erst kurz vor Beendigung des Romans gekommen.

Wer auf altmodische Actionfilme steht und sie im Kino nicht mehr findet, dem bieten Stephen Hunters Swagger-Romane das als Kopf-Kino.