Scheißhausliteratur (12) X-Mas Edition: CHRISTMAS AT THE RANCH von Elmer Kelton

Veröffentlicht 12. Dezember 2017 in Scheißhausliteratur

Ich mag keine Wörter, die mit „lein“ enden, aber hier passt es einfach.

Christmas at the Ranch ist ein hübsches kleines Büchlein von Western-Autor Elmer Kelton mit drei kurzes Essays über Weihnachten. In einem erzählt er von den Weihnachten seiner Kindheit auf einer Ranch in Texas, im zweiten von einer Nachkriegsweihnacht als Soldat in Österreich und im dritten von einem weiteren Weihnachtsfest in Österreich bei der Familie seiner Frau. Alle drei warmherzig und anrührend. Weihnachtlich eben.

Je nachdem, was man gegessen hat, lässt sich das ganze Buch in einer einzigen Sitzung lesen.

Okay, hier habe ich wahrscheinlich den ein oder anderen von euch verloren.

Verzeiht mir.

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Interviews mit Drehbuchautoren 6: KLAUS ROHNE

Veröffentlicht 11. Dezember 2017 in Drehbuch, Interview, Schreiben

Interview Nummer 6: Heute KLAUS ROHNE. Das erste und bislang letzte Mal habe ich Klaus auf einer Berghütte im Zillertal gesehen, wo unsere damalige gemeinsame Agentin eine grandiose Party für ihre Klienten geschmissen hat. Wenn er nicht selbst gerade auf irgendwelchen Bergen rumwandert, ist Klaus ein vielbeschäftigter Serienautor (Hauptstadtrevier, Betty Diagnose und noch so viel mehr).

Wie bist du zum Drehbuchschreiben gekommen? Studium? Zufall? Früh? Spät? Weil du nix Richtiges gelernt hast? Erzähl mal von deinem Werdegang.

Das ist ein bisschen filmreif. Ich habe ursprünglich BWL studiert und in verschiedenen Krawattenträger-Jobs gearbeitet, bis ich davon irgendwann die Schnauze voll hatte und ins Blaue hinein gekündigt habe. Ich wusste nicht, was ich machen wollte, nur, was ich nicht mehr wollte. Am Stammtisch in meiner Kneipe saß damals ein Typ, der immer Drehbücher gelesen hat (und Headwriter für eine neue Serie war). Ich fand das interessant, hab meinen Senf dazugegeben und irgendwann meinte der, ich soll doch mal was schreiben. Ohne die geringste Ahnung hab ich dann meine erste Szene geschrieben – die drehten gerade eine Sitcom für Pro7: Die Viersteins. Eine Woche später wollte mich der Produzent kennenlernen…..

Was war das erste Drehbuch, das du geschrieben hast?

Eine Episode für eben diese Sitcom. Ich hab sie schön dramatisch „Raven“ genannt. Daraus wurde dann „Kurti“.

Was war dein erstes Drehbuch, für das du bezahlt wurdest?

Genau das.

Was war dein erstes verfilmtes Drehbuch?

Und es wurde auch verfilmt und ausgestrahlt. Anfängerglück oder so.

Scheißhausliteratur (11) PURGATORY von Ken Bruen

Veröffentlicht 5. Dezember 2017 in Scheißhausliteratur

Versoffene Privatdetektive sind einer der Grundsteine des Crime/Mystery-Genres. Einer der konsequentesten Vertreter diese Spezies ist Jack Taylor, die Hauptfigur von inzwischen bereits dreizehn Romanen des irischen Autors Ken Bruen.
Der ist kein Freund von zu vielen Worten, sein Schreibstil hat etwas von Gedichten und man kann über seine kurzen Sätze sausen wie über den Nürburgring.

Wenn Ex-Bulle Jack Taylor säuft, dann säuft er richtig. In den frühen Romanen bedeutet das Kliniken und Klappmühle. Alkohol, Drogen, Depression, Selbsthass und irgendwie doch immer einen trockenen Spruch auf den Lippen zeichnen diese Figur aus.

In Purgatory, dem zehnten Roman der Reihe, lebt Taylor halbwegs nüchtern – die Betonung liegt auf halbwegs. Diesmal jagt Taylor einen Killer, der Leute, die es verdient haben, zur Strecke bringt, sprich: Dealer, Mörder, all die, die dem Gesetz bislang entkommen sind.

Aber Tatsache ist: Jack Taylor jagt niemanden. Hier liegt die Krux der Taylor-Romane. Es sind Krimis in denen der Held, wenn man es genau betrachtet, nie wirklich irgendeinen Fall löst. Er ermittelt nicht, die Antworten und Lösungen fallen ihm in den Schoß, Infos werden fast ausschließlich von außen an ihn heran getragen. Taylor agiert nicht, er reagiert. Taylor treibt irgendwie durch die Plots und am Ende werden die Bad Guys zur Strecke gebracht, aber das ist selten wirklich sein Verdienst.
Das stößt selbst mir, der langweilige Ermittler-Krimis hasst wie die Pest, inzwischen auf. In Purgatory ganz besonders. In Drehbüchern käme man mit einer Figur, die so inaktiv ist nie durch.

Manche Figuren, wie Taylors alter Boss bei der Polizei, Clancy, machen selbst nach zehn Romanen keine Entwicklung durch. Seine Szenen sind fast immer dieselben: Taylor wird von Clancys Schergen in sein Büro gezerrt, Clancy macht klar, dass er Taylor hasst und das war’s. Fühlt sich ein bisschen wie Copy & Paste an. Man wünscht sich, dass da irgendwann mal mehr kommt.

Was will ich eigentlich sagen?

Wer clevere Kriminalfälle sucht ist bei den Jack Taylor-Romanen an der falschen Adresse. Ken Bruens Interesse liegt ganz offensichtlich mehr in Jack Taylors gebrochenem Charakter, der durch Taylor gefilterten Nennung seiner Lieblingsbücher/Serien/Filme und dem Zustand Irlands, der irischen Seele und der Stadt Galway, in der die Geschichten spielen. Und mit Purgatory zeigen sich bei mir definitiv erste Müdigkeitserscheinungen mit Jack Taylor.

Aber Ken Bruen bleibt ein großartiger Autor, sein Schreibstil beeindruckend und Taylor ein gnadenlos tragischer Charakter, der unter den Ermittlerfiguren der Kriminalliteratur seinesgleichen sucht.

Weihnachtsfilme: GREMLINS

Veröffentlicht 4. Dezember 2017 in Filme

„Yum-Yum.“

Mehr als dreißig Jahre später und auf Gremlins von Joe Dante und Chris Columbus kann man immer noch zählen.

Ein großer Spaß, der sehr viel mehr Horrorfilm ist, als ich in Erinnerung hatte.

Ein Meisterwerk aus der Amblin Film Blütezeit.

Und der Gedanke an ein Remake mit CGI Gremlins ist mindestens genauso furchterregend.

 

Interviews mit Drehbuchautoren 5: ANDREAS FUHRMANN

Veröffentlicht in Drehbuch, Interview, Schreiben

Das heutige Interview ist mit Andreas Fuhrmann (GZSZ, Hinter Gittern, Neighbours und und und …), den ich bei der Entwicklung eines Serienprojekts kennengelernt habe, einer Comedy über Witwen und Callboys (in unserem Writers Room flog beim Brainstorming ein Gummipimmel von Autor zu Autor – don’t ask).

Die Serie war so gut wie gedreht, wir hatten das berühmte Greenlight, wir hatten Bücher, es wurden Locations gesucht – und dann plötzlich: Ende im Gelände. Warum weiß keiner so genau, aber das „Warum“ spielt bei diesen Dingen eigentlich auch keine Rolle, denn es macht selten Sinn.

Also, hier kommt Andreas – so trocken wie ein Gin auf Eis:

Wie bist du zum Drehbuchschreiben gekommen? Studium? Zufall? Früh? Spät? Weil du nix Richtiges gelernt hast? Erzähl mal von deinem Werdegang.

Ich habe immer schon für mich Sachen geschrieben, früher eher journalistisch. Als ich nach meiner LEHRER-Ausbildung (2 Staatsexamina!!!!!) an meiner Doktorarbeit über deutsche Missionsgeschichte (kein Witz) saß und absolut pleite war, sagte mir ein Freund (Oli Hein): „Mach doch Soap – du redest doch ohnehin jeden Tag so viel Scheiß. Das kannst du dir doch auch bezahlen lassen.“ (Jedes Wort davon ist wahr).

Der Rest ist Geschichte …

Was war das erste Drehbuch, das du geschrieben hast?

Gute Zeiten – Schlechte Zeiten

Was war dein erstes Drehbuch, für das du bezahlt wurdest?

Gute Zeiten – Schlechte Zeiten

Was war dein erstes verfilmtes Drehbuch?

Gute Zeiten – Schlechte Zeiten