Interviews mit Drehbuchautoren 3: DIRK AHNER

Veröffentlicht 20. November 2017 in Drehbuch, Interview, Schreiben

Und hier das dritte Interview. Diesmal mit Dirk Ahner

Dirks neuen Kinofilm Simpel (Regie: Markus Goller), über zwei erwachsene Brüder, von denen einer geistig auf dem Stand eines Dreijährigen ist, kann man momentan im Kino sehen, sein nächster, Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer unter der Regie von Dennis Gansel, läuft im März 2018 an.

Vor ein paar Jahren haben Dirk und ich (und ein paar andere) an einem Serienprojekt gearbeitet, das – Trommelwirbel – nie gemacht wurde. Erkennt Ihr ein Muster?

Anyway, Dirk schreibt nicht nur Filme, sondern auch Kinderbücher (Die Laden der Träume Reihe) und hat sich zwischendurch die Zeit genommen ein paar Fragen zu beantworten.

Wie bist du zum Drehbuchschreiben gekommen? Studium? Zufall? Früh? Spät? Weil du nix Richtiges gelernt hast? Erzähl mal von deinem Werdegang.

Eine Mischung von allem. Ich war 18, hatte den Kopf voller Geschichten und wollte unbedingt auf eine Filmhochschule, um Regie zu studieren. Eine Ablehnung hat die nächste gejagt, bis ich völlig verunsichert war. In meiner Ratlosigkeit habe ich mich für ein „normales“ Studium entschieden und das getan, was ohne viel finanziellen Aufwand möglich war: Schreiben.

Was war das erste Drehbuch, das du geschrieben hast?

Das erste Langfilm-Projekt hieß Z und drehte sich um einen Serienkiller. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung mehr, worum es in der Geschichte ging.

Was war dein erstes Drehbuch, für das du bezahlt wurdest?

Das war 1997 7 Days to live, ein Horrorfilm (Regie: Sebastian Niemann)

Was war dein erstes verfilmtes Drehbuch?

Auch 7 Days to live.

Interviews mit Drehbuchautoren 2: SIMON X. ROST

Veröffentlicht 13. November 2017 in Drehbuch, Interview, Schreiben

So, Freunde. Hier ist das zweite Drehbuchautoren-Interview. Diesmal mit Simon X. Rost, den ich bei der Arbeit für eine englischsprachige Serie über moderne Schatzsucher kennengelernt habe.

Die Serie wurde – na? – nie gemacht. Aber wir konnten jeden Abend nach der Arbeit in irgendein Münchener Brauhaus gehen, das war auch nicht übel.

Simon ist ein umtriebiger Kerl, er schreibt Drehbücher (Bermuda Dreieck Nordsee, Helden), Romane (Der fliegende Mönch, Der Mann, der niemals schlief, Wie ein Falke im Sturm), führt Regie (Nina Undercover) – und schreibt  PLAYMOBIL-Hörspiele, was ihn eindeutig zum coolsten Motherfucker macht.

Wie bist du zum Drehbuchschreiben gekommen? Studium? Zufall? Früh? Spät? Weil du nix Richtiges gelernt hast? Erzähl mal von deinem Werdegang.

Bei mir war ziemlich schnell klar, dass das mit Naturwissenschaften zu nichts führt. Frühe Leidenschaft für Bücher, Filme, Comics, Hörspiele und Malerei. Ich hab mich nach dem Abi für Grafik-Design an allen möglichen Unis und eben auch für Film in Ludwigsburg beworben. Das hat geklappt. Dort habe ich dann Regie studiert – und mir nebenher das Drehbuchschreiben angeeignet. Nach der Aka lief beides – bis heute – immer parallel. Zunächst viel Werbung, im Laufe der Zeit kamen Spielfilme, Hörspiele und Romane dazu.

Was war das erste Drehbuch, das du geschrieben hast?

Das für meine Regieübung im ersten Jahr an der Filmakademie. Eine Geschichte über einen Deserteur.

Was war dein erstes Drehbuch, für das du bezahlt wurdest?

Ich habe 1997 einen Kurzfilm an den saarländischen Rundfunk verkauft, den ich geschrieben und gedreht habe. Also war das auch irgendwie für Drehbuch, oder zählt das nicht? Aber ich schätze, die erste Kohle für ein richtiges Drehbuch war für Spielfilm-Zuspieler, die ich für eine Sondersendung über die Sonnenfinsternis 1999 geschrieben habe. Zählt auch nicht? Okay. Dann hätte ich noch eine Förderung für einen nie verfilmten Animationsstoff anzubieten (immerhin bezahlt), On-top- Zahlungen für Regiefassungen von Spielfilmen, die ich gedreht aber nicht selber geschrieben habe, und eine Serienfolge für eine Kinder-Krimiserie beim SWR.

Was war dein erstes verfilmtes Drehbuch?

Siehe oben – dank Filmhochschule konnte ich meine ersten Bücher selber verfilmen.

Interviews mit Drehbuchautoren 1: GEORG HARTMANN

Veröffentlicht 8. November 2017 in Drehbuch, Interview, Schreiben

Es gibt viele, verdammt viele Bücher über das Drehbuchschreiben. Die erzählen im Prinzip alle dasselbe, nur im anderen Gewand.

Persönlich lese ich am liebsten Interviews mit Drehbuchautoren, denn da erzählen Leute, die wissen wovon sie reden. Praxis statt Theorie. Es gibt viele gute Interview-Bücher mit amerikanischen und englischen Autoren, aber leider keins mit Schreibern aus Deutschland, zumindest kenne ich keins.

Deswegen nehme ich das jetzt mal selbst in die Hand und werde hier sporadisch Interviews mit Kollegen*innen veröffentlichen.

Der erste, der so nett war, ein paar Fragen zu beantworten, ist Georg Hartmann. Georg und ich haben uns vor ein paar Jahren bei einer gemeinsamen Serienentwicklung kennengelernt, aus der, wie so oft, nichts wurde. Aber wir hatten Spaß und das ist in unserem Job eine Menge wert.

Georg kommt aus dem Ruhrpott und lebt momentan in Florida. Wenn er nicht gerade eins von seinen Kindern durch die Gegend kutschiert, sich beim Kanufahren von Krokodilen jagen lässt oder Sturmschäden beseitigt, sitzt er vor seinem Laptop und schreibt für Serien wie Soko Köln oder momentan Dogs of Berlin, eine neue Netflix-Serie aus Deutschland.

Wie es sich für einen echten Jungen aus dem Pott gehört, redet Georg nicht um den heißen Brei herum.

Viel Spaß beim Lesen.

Wie bist du zum Drehbuchschreiben gekommen? Studium? Zufall? Früh? Spät? Weil du nix Richtiges gelernt hast? Erzähl mal von deinem Werdegang.

Das würde den Rahmen sprengen, aber ganz kurz: Uni Bochum, Toffifee (Theater-Film-und Fernsehwissenschaften). Zwei Semester Drehbuchwerkstatt, dabei nix gelernt, außer dass der Dozent mir gesagt hat, ich sollte besser was anderes machen. Hätte nen guten Stil, aber keine Substanz. Der Typ war Redakteur beim kleinen Fernsehspiel, bei den Dingern bin ich immer eingepennt. Ich war Kamera-Assi während des Studiums, wollte über Kamera zur Regie. Bin dann nach LA, weil ich mich in eine Amerikanerin verliebt hatte, bin 10 Jahre geblieben. Über alle möglichen kleinen Jobs im Business dann irgendwann zum Non-Fiction-Schreiben. Dann diverse Entwicklungen für einen deutschen Produzenten – für lau is klar. Dann Dokus, dann Reality TV, Regie und Schreiben, schließlich Full Time Fiction (sprich Drehbuch) in Deutschland. Inzwischen lebe ich wieder in den USA, aber das hat familiäre Gründe. Dachte ich krieg hier keine Arbeit aus Deutschland, aber stimmt nicht. Es läuft …

Was war das erste Drehbuch, das du geschrieben hast?

Mehr Glück als Verstand, eine deutsche Hollywood-Komödie fürs Kino, so ne Fish-out-of -Water-Sache. Ein paar Leute in LA haben’s gelesen, Til Schweigers Development Girl hat gesagt, ich sollte am besten noch mal von vorne anfangen, damit hat sie auch wohl Recht gehabt. Das Ding war Schrott, eine Aneinanderreihung von Witzen …

Was war dein erstes Drehbuch, für das du bezahlt wurdest?

Heiße Ladung, ein Action Concept Backdoor-Pilot, das war… o Gott… ich glaube 1998, ist nie gedreht worden.

Was war dein erstes verfilmtes Drehbuch?

Drive Thru from Hell, ein Kurzfilm, 6 Minuten, für 6000 Dollar, eigenes Geld. War, ich glaub 1997.

Schreibst du neben konkreten Aufträgen auch Drehbücher on spec, sprich ohne vorherigen Auftrag/Bezahlung, weil du sie einfach schreiben willst/musst?

Ja. Einmal bin ich damit bis zum Greenlight bei RTL gekommen, für eine Pilotierung. Aber dann wechselte der Chef und der hat alle Entwicklungen wieder abgesagt. Das war Heartbreak, wir haben schon gecastet, UFA war an Bord.

Create & Inspire Interview

Veröffentlicht 29. Oktober 2017 in Interview, Schreiben

Wen es interessiert, hier gibt es ein Interview mit mir zum Thema Kreativität aus der Create & Inspire-Reihe von der lieben Kollegin Nina C. Hasse, Autorin des Steampunk-Krimis Ersticktes Matt.

Create & Inspire: Stefan Barth