Scheißhausliteratur (9) I hear the Sirens in the Streets

Veröffentlicht 1. November 2017 in Scheißhausliteratur

Die Amerikaner sind die Meister, wenn es sich um Krimis, oder wie sie es nennen „Mysterys“ dreht.
Das heißt aber nicht, dass es andere Nationalitäten nicht auch drauf haben (kommt mir nicht mit den Schweden, von denen hab ich noch keinen gelesen).

Der Ire John Connolly war ja schon Mitglied im Club der Scheißhausliteratur und heute haben wir Adrian McKinty zu Gast. Auf den bin ich durch die Dead-Trilogie um den in Amerika ansässigen, irischen Kriminellen Michael Forsythe gestoßen.

Mit den Büchern um den Belfaster Bullen Sean Duffy ist er auf die Seite des Gesetzes gewechselt. I hear the Sirens in the Streets (geile Titel hat McKinty auch drauf – mein Favorit der des bislang letzten Duffy-Romans: Police at the Station and they dont look friendly) ist das zweite von bislang sechs Büchern um Sean Duffy, dessen Fälle sich in den achtziger Jahren vor der einzigartigen Kulisse der Troubles abspielen, der Zeit des mehr oder weniger offenen Krieges zwischen der IRA und der irischen/britischen Regierung. Da sind Bombenanschläge und Morde an der Tagesordnung, und Polizisten wie Duffy checken jeden Morgen, bevor sie zur Arbeit fahren, ob auch kein Sprengsatz unter ihrem Auto steckt.

Scheißhausliteratur (8) Der erste Stein

Veröffentlicht 8. September 2017 in Scheißhausliteratur

Über „Der erste Stein“ von Carsten Jensen hatte ich ja bei den Autorenwahnsinn 2017 Posts bereits kurz gesprochen.

Es geht um dänische Soldaten in Afghanistan. Die ersten hundert Seiten stellt uns Jensen in seiner kurzen, knappen und präzisen Schreibe die Soldaten vor, manche mehr, manche weniger und mit ihnen die ausweglose Situation von ausländischen Streitkräften in Afghanistan.

Dann setzt der Plot ein und darüber will ich gar nichts verraten. Ich wusste nichts über das Buch, als ich angefangen habe zu lesen und das kann ich jedem anderen auch nur empfehlen.

Wenn man eins über den Roman sagen kann, ohne irgend etwas zu verraten, dann, dass er unglaublich gut verdeutlicht, auf was für einem verlorenen Posten die internationalen Truppen in Afghanistan stehen. Ein absurder Krieg, den sie niemals gewinnen können.

Aber welcher Krieg wird schon wirklich gewonnen.

Scheißhausliteratur (7) The Brass Verdict

Veröffentlicht 5. Juli 2017 in Scheißhausliteratur

Ich steh auf amerikanische Krimis oder Mysteries, wie es die Amis nennen. Im Gegensatz zu vielen deutschen Krimis, die wie die viele deutsche Krimiserien selten über die schnarchige Wo-waren-sie-zwischen-acht-und-fünf-Mentalität hinauskommen, sind bei den Amis die Figuren immer genauso stark wie die Plots oder eben noch besser, bzw. das eigentlich Interessante an den Büchern.

Ein Autor schafft es allerdings immer, dass ich mich für die Krimi-Plots und Abläufe der Ermittlungen genauso interessiere wie für die Figuren. Und das ist Michael Connelly.

Seine Roman-Reihe über Detektive Harry Bosch (inzwischen auch als sehr gute TV-Serie auf Amazon) ist einer der besten Ermittler-Krimis, die man finden kann.

Scheißhausliteratur (6) Marathon Man

Veröffentlicht 29. Mai 2017 in Scheißhausliteratur

Heute ist William Goldman in erster Linie als Drehbuchautor bekannt, nicht zuletzt durch sein großartiges Buch Adventures in the Screen Trade, einer der Klassiker unter den Büchern über das Drehbuchschreiben.

Dabei hatte er, bevor er sein erstes Drehbuch schrieb, bereits mehrere Romane veröffentlicht und tat das auch während seiner Karriere als Drehbuchautor weiter, der letzte war 1986 Brothers, ein Sequel zu Marathon Man, den ich heute als Scheißhausliteratur vorstelle. Die meisten Leute werden zumindest von Marathon Man dem Film gehört haben. Die Zahnarzt-Szene ist legendär und hat Goldman nach eigenen Worten bei Zahnärzten auf der ganzen Welt berühmt-berüchtigt gemacht.

Scheißhausliteratur (5) The Glass Rainbow

Veröffentlicht 27. April 2017 in Scheißhausliteratur

„The Glass Rainbow“ ist bereits der achtzehnte (!) Roman über den Louisiana-Cop Dave Robicheaux und seinen besten Freund & Partner, die menschliche Dampframme Clete Purcell.

Auf den Autoren James Lee Burke bin ich vor über zwanzig Jahren gestoßen in Form seines dritten Robicheaux-Romans namens „Black Cherry Blues“ gestoßen. Da gibt’s eine Szene, in der Robicheaux über einen Bergpass fährt, während ein Sturm vorüberzieht, und wie Burke diesen Sturm über, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, eine ganze Seite in Worten malt habe ich nie vergessen.

Scheißhausliteratur (4) Lords of the North

Veröffentlicht 13. März 2017 in Scheißhausliteratur

Ich glaube, ich habe Bernard Cornwell entdeckt, als ich (wahrscheinlich weil ich mich vorm Schreiben drücken wollte) in Sean Beans Filmographie in der imdb gestöbert hab. Da gab es die Sharpe TV-Filme, in denen Bean die Hauptrolle spielt, und die auf Cornwells einundzwanzig Romanen über Richard Sharpe basieren.

Sharpe ist ein britischer Soldat im 18. Jahrhundert, der, ungewöhnlich für seine Zeit, vom einfachen Soldaten zum Offizier aufsteigt und in vielen bedeutenden Schlachten in Indien und Europa kämpft. Statt der Filme hab ich mir das erste der Sharpe-Bücher vorgenommen, und damit hatte Cornwell mich gleich am Haken. Der Mann schreibt historische Abenteuerliteratur at its best. Hart, blutig, humorvoll, realistisch.

Scheißhausliteratur (3) The Fallen

Veröffentlicht 11. Januar 2017 in Scheißhausliteratur

Während der Recherche zu einem Zombie-Projekt habe ich viel Untoten-Literatur gesucht und gefunden. Manches sehr gut, manches gut, manches weniger.
Charlie Higson’s The Dead-Reihe gehört zu den Guten. Auch wenn es streng genommen keine Zombies sind, die hier Menschen fressen, sondern Infizierte. Aber diese Differenzierung überlasse ich den Hardcore-Geeks.
Die siebenteilige Reihe fällt in die seit einigen Jahren blühende Sparte von „Young Adult“ Literatur, sprich es sind Bücher für Teeanger. Heißt aber nicht, dass man als „Adult“ außen vor bleiben muss. Im Gegenteil.

Scheißhausliteratur (2) The Wolf in Winter

Veröffentlicht 18. Oktober 2016 in Roman, Scheißhausliteratur

Ein Charlie Parker-Roman von John Connolly ist genau das richtige für den Horroktober.

The Wolf in Winter ist bereits der Zwölfte in der Parker-Reihe (der elfte, wenn man The Reapers als Angel/Louis Roman sieht, auch wenn Parker drin auftaucht) und mit A Song of Shadows und A Time of Torment sind schon zwei weitere in meiner Warteschlafe.

Scheißhaus-Literatur (1) Beasts of Tarzan

Veröffentlicht 30. September 2016 in Roman, Scheißhausliteratur

Wer schreibt muss lesen. Und Filme gucken. Den Schädel mit Geschichten füttern, damit andere Geschichten aus den Fingern auf die Tastatur kommen. Bei mir sind das immer mehrere Sachen gleichzeitig. Comics und Bücher auf der Couch, wenn die Brut debile Kinder-Serien guckt, Bücher auf dem Kindle vorm Einschlafen in der Kiste – und wo hat man hat Ruhe, wenn im Rest der Wohnung die Familie Amok läuft? Richtung. Auf dem Schacht, wie wir’s im Pott salopp ausdrücken.