Abgebrochene Riesen in der ERNTENACHT-ANTHOLOGIE

Veröffentlicht 26. September 2019 in Kurzgeschichten, Schreiben

Nur noch wenige Tage …

Am 6.10.19 erscheint die ERNTENACHT Anthologie.

Mit 17 Kurzgeschichten von 17 Autoren.

Über deutsche Sagengestalten, Monster, Mythen und Dämonen.

Dazu gibt’s tolle Illustrationen von Athena Noctua.

Ich bin auch mit einer Geschichte dabei. „Abgebrochene Riesen“ basiert auf der Hagener Legende „Die Zwerge vom Goldberg“.

So geht’s los:

„Die Kacke fing an zu dampfen, als ich dem Zwerg im Gemüsebeet unseres Kleingartens auf den Kopf pinkelte.

Ja, ein Zwerg, ein richtiger Zwerg.

Keiner aus Porzellan, kein Kleinwüchsiger, so wie Roland, der Drogen dealende Liliputaner aus Belinda’s Pub, sondern ein waschechter Herr-der-fucking-Ringe-style-Zwerg.

Kein Scheiß.

Er reichte mir nicht mal bis zur Hüfte, steckte in einem gammeligen Lederwams, ein kurzes Schwert am Gürtel, dazu ein geflochtener Bart, der ihm bis auf die Wampe hing. Und eine grimmige, wettergegerbte Visage, über die jetzt meine Pisse lief.

„Was pinkelt er mir aufs Haupt?“

„Was frisst du die Gurken von meinen Eltern?“

ERNTENACHT – Dunkle Folklore

Veröffentlicht 17. September 2019 in Kurzgeschichten, Schreiben

Und hier ist das Cover zur am 6.10.19 erscheinenden Anthologie ERNTENACHT.

Demnächst: ERNTENACHT – Eine Anthologie

Veröffentlicht 6. September 2019 in Kurzgeschichten, Schreiben

Der Herbst steht vor der Tür.

Und eine neue Anthologie, in der auch ich mit einer Geschichte vertreten sein werde.

ERNTENACHT – Dunkle Folklore

17 Autoren.

17 dunkle Geschichten um deutsche Sagengestalten, Monster und Dämonen.

Coming soon.

Bild: Katrin Ils

Der Giftschrank

Veröffentlicht 8. Februar 2019 in Drehbuch, Filme, Schreiben, Serien, TV

Als Drehbuchautor arbeitet man viel für die Tonne. Man entwickelt, schreibt Pitches, Exposés, Treatments, Drehbücher und dann, aus vielerlei Gründen – von denen die meisten nichts mit dem Geschriebenen zu tun haben – stirbt das Projekt. Zack. Bumm. Ende. Und die vom Autor ersehnte Buyout-Rate bleibt aus.

So ist das. Gehört zum täglichen Brot.

Und dann gibt’s da noch die Geschichten, die zwar gedreht werden, die aber trotzdem nie jemand zu Gesicht bekommt. Geschieht seltener, gehört aber auch zu.

Fertige Filme oder Serien landen unausgestrahlt im Giftschrank des Senders. Die Gründe dafür sind genauso vielfältig und häufig auch unverständlich wie die, die über Leben und Sterben eines Projekts bestimmen.

Auch ich hab so einen fertigen Film im Giftschrank: Leppel & Langsam – Gib den Löffel ab, aber richtig, ein Spielfilm aus der Pro7 Reihe Funny Movies.

 

 

Das waren Genre-Spoofs im Geiste der Zucker-Abrahams-Komödien, die die Ratpack Filmproduktion produziert hat. In der ersten Staffel zunächst als 45 min. Episoden und nach deren Erfolg dann in Spielfilmlänge.

Aber wo die erste Staffel (darunter auch mein Horror-Spoof H3 – Halloween Horror Hostel) noch Marktanteile im Bereich von 13-21 % einfuhr, scheiterten die Spielfilme auf dem Samstagssendeplatz um 20:15 Uhr dann kläglich. Nach zwei Filmen (Rookie – Fast platt und  Biss zur großen Pause – Das Highschool Vampir Grusical) war Schluss.

Und so blieb Leppel & Langsam unter der Regie von Thomas Bohn auf der Strecke, bzw. unausgestrahlt im erwähnten Giftschrank.

Persönlich bin ich eigentlich kein großer Fan von Spoofs. Story gibt’s da wenig, stattdessen im Stakkato gefeuerte Gag-Salven. Und von denen kann halt nicht jeder ein Treffer sein. Abgesehen davon lässt sich ja über Humor bekanntlich streiten. 🙂

Tatsächlich aber hat es großen Spaß gemacht diese Spoofs zu schreiben. Über die Qualität müssen die Zuschauer urteilen. Leider wird Leppel & Langsam wohl nie welche finden, zumindest keine offiziellen. Tatsächlich findet man den Film (komplett ohne Credits) als illegalen Download im Internet und das ebenfalls im Netz gefundene DVD Cover beweist, dass Leppel & Langsam sogar im Ausland unter dem Titel Cool & Fool kursiert, mit Sicherheit genauso illegal wie der Download.

WILLIAM GOLDMAN 1931 – 2018

Veröffentlicht 19. November 2018 in Drehbuch, Schreiben

„Nobody knows anything“

Der wohl berühmteste Satz eines der berühmtesten Drehbuchautoren über das Filmgeschäft.

William Goldman, Autor von Filmen wie Butch Cassidy & The Sundance Kid, The Princess Bride, Marathon Man, A Bridge too far, Misery und vielen anderen, ist im Alter von 88 Jahren gestorben.

Wer sein Buch Adventures in the Screen Trade nicht kennt, sollte das schleunigst nachholen. Wenn es ein Standardwerk über das Drehbuchschreiben gibt, dann dieses. Vor allem weil es keins der üblichen How-to-do-Bücher von Leuten ist, bei denen man sich fragt, was sie qualifiziert anderen Leuten Tipps und Regeln zu geben, sondern von einem Mann stammt, der weiß wovon er redet. Aber wie gesagt. letztendlich „weiß“ auch Goldman nichts. Das  macht er immer wieder deutlich. Und erzählt charmant, humorvoll, manchmal grantig, von seinen Erfahrungen als Drehbuchautor, von seinen Höhen und Tiefen, gespickt mit jeder Menge Anekdoten.

Die meisten Drehbücher von William Goldmann sind als Paperbacks erhältlich und zum Glück auch einige, wenn auch nicht alle, seiner großartigen Romane.

Wer den Meister selbst reden hören möchte, kann das hier tun – anderthalb Stunden ehrliche Worte.

Einige der wichtigsten: „You can only write what you give a shit about.“

Godspeed, Mr. Goldman.

Bullen brauchen auch mal Glück

Veröffentlicht 30. Juli 2018 in Schreiben

Als Autor von TV-Krimis ist eine meiner größten Schwierigkeiten, dass die Ermittler so wahnsinnig clever sein müssen. Schon klar, niemand will einen dummen Bullen sehen, der seine Fälle durch Zufall löst, aber die ewigen pseudoschlauen Ermittlerleistungen  (ich gebe zu, ich hasse dieses Wort), nach denen bei der Entwicklung von Krimi-Drehbüchern so oft gesucht wird, gehen mir persönlich auf die Nerven.

Ja, einerseits weil’s mir schwer fällt, mir welche einfallen zu lassen, aber auch, weil sie irgendwann total überkonstruiert sind, und mich die menschlichen Seiten der Ermittler einfach mehr interessieren. Häufig gehen die von den Autoren clever durchdachten und gebauten Ermittlungen beim Schauen der Serie so schnell an einem vorbei, dass man als Zuschauer gar nicht mitkommt.

In Romanen sieht das zum Glück oft anders aus. Zum Beispiel in Adrian McKinty’s Reihe um den irischen Polizisten Sean Duffy. Zur Zeit lese ich In the morning I’ll be gone, den dritten Roman, in dem Duffy versucht einen IRA-Terroristen zu finden und gleichzeitig den Mord an einer jungen Frau zu klären. Duffy beißt sich an dem Fall die Zähne aus, alle Spuren führen ins Leere  – und dann schreibt McKinty das hier:

Tut der Spannung nicht den geringsten Abbruch.

Und macht Duffy als Ermittler und als Mensch so viel sympathischer und authentischer.

 

 

DEAD MOUNTAIN – das Cover

Veröffentlicht 5. Juli 2018 in Dead Mountain, Ebook, Roman, Schreiben

Die Veröffentlichung meines dritten Romans Dead Mountain rückt näher.

Wenn alles klappt werde ich diesmal E-Book und Taschenbuch zur selben Zeit veröffentlichen.

Hier könnt ihr schon mal das tolle Cover von Marko Heisig bewundern.

Zu Gast beim Serienreif Podcast von Jens Mayer

Veröffentlicht 2. Mai 2018 in Drehbuch, Filme, Interview, Roman, Schreiben, Serien, TV

Diese Woche bin ich zu Gast beim Serienreif Podcast  vom Berliner Journalisten und Autoren Jens Mayer.

Der Podcast von Jens über das deutsche Seriengeschäft, in dem die Kreativen aus dem Nähkästchen plaudern, ist eine tolle Sache, die ich jedem Interessierten, ob aus der Branche oder nur Fan, sehr ans Herz legen kann.

Danke für das Gespräch, Jens. Hat einen Riesenspaß gemacht!

S03E08 GAST: Stefan Barth (Alarm für Cobra 11 | Der Clown | Was nicht passt, wird passend gemacht)

TEASER für den nächsten Roman: DEAD MOUNTAIN

Veröffentlicht 16. März 2018 in Dead Mountain, Roman, Schreiben

Neues Jahr, neuer Roman.

Nach dem Hardboiled Crime vom Drecksnest und dem zweiten Weltkrieg von Es war einmal in Deutschland wieder ein Sprung im Genre – diesmal: Horror.

DEAD MOUNTAIN handelt von zwei Geschwistern, der sechzehnjährigen Henni und ihrem zehnjährigen Bruder Fabio, die den ersten Winter nach einem Zombie-Outbreak einigermaßen sicher in ihrem Elternhaus in den Alpen verbracht haben. Aber jetzt kommt der Frühling, der Schnee schmilzt, die Untoten werden mobiler, die Vorräte gehen aus – und dann taucht endlich wieder ein Erwachsener im Leben der Kinder auf …

Der Roman ist zwar fertig, aber bis zur Veröffentlichung müssen noch ein paar Schritte durchlaufen werden. Überarbeiten, korrigieren, noch mal überarbeiten, Korrektorat, Cover und so weiter und so fort. Dauert also noch ein Weilchen.

Bis dahin mal ein kleiner Appetithappen. Viel Spaß.

DEAD MOUNTAIN – KAPITEL 1:

Sie hören ihn bevor sie ihn sehen.

Oder riechen.

Henni bleibt stehen und sieht zu Fabio.

Die Hand des Jungen umklammert den mattschwarzen Sportbogen so fest, dass die Knöchel weiß hervortreten. Seine braunen Augen sind weit aufgerissen.

Sie lauschen.

Der Wind rauscht in den Bäumen, an deren Ästen die Blätter erst vor wenigen Tagen in voller Pracht zu sprießen begonnen haben.

Da ist es wieder.

Das Klingeln.

Ein Glöckchen.

Fabio runzelt die Stirn und Henni sieht, dass er etwas sagen will. Sie hebt eine Hand und schüttelt den Kopf.

Er schluckt die unausgesprochenen Worte wieder runter.

Das Klingeln wird lauter.

Für einen kurzen Moment schlägt ihr Herz nicht nur aus Angst, sondern auch aus Hoffnung schneller.

Doch dann hört sie die schweren, schlurfenden Schritte, die das klingelnde Glöckchen begleiten.

Das Fünkchen Hoffnung verglüht.

Sie überlegt, ob sie nicht einfach abhauen sollen, aber sie verwirft den Gedanken gleich wieder. Wenn sich einer von denen hier oben rumtreibt, nützt es nichts dem Problem einfach aus dem Weg zu gehen.

Interviews mit Drehbuchautoren 11: LORENZ STASSEN

Veröffentlicht 5. Februar 2018 in Interview, Schreiben

Neues Interview. Heute mit Lorenz Stassen.

Vor zwanzig Jahren, ich hatte gerade als „bezahlter“ Drehbuchschreiber angefangen, da klingelte eines Abends das Telefon und am anderen Ende war Lorenz, der meine Nummer von meiner damaligen Agentin hatte. Lorenz hatte ein Drehbuch geschrieben (ich glaube, es war das im Interview erwähnte Krautboys) und wollte einfach mal mit einem anderen Anfänger über das Drehbuchschreiben quatschen.

Zwanzig Jahre später telefonieren wir immer noch, jetzt darüber wieviel Spaß uns das Schreiben von Romanen macht. Lorenz‘ Erstling, ein Thriller namens Angstmörder, ist kürzlich bei Heyne erschienen.

Aber hier und heute reden wir wieder übers Drehbuchschreiben:

Wie bist du zum Drehbuchschreiben gekommen? Studium? Zufall? Früh? Spät? Weil du nix Richtiges gelernt hast? Erzähl mal von deinem Werdegang.

Ich habe nach dem Realschulabschluss zuerst was Richtiges gelernt: Chemielaborant bei Bayer. Aber ich wollte nicht mein ganzes Berufsleben lang im Labor stehen, deshalb wechselte ich Anfang der Neunziger in die Fernsehbranche. – Zuerst wollte ich natürlich Regisseur werden, habe aber schnell Abstand von dieser Idee genommen. Die Arbeit am Set finde ich schrecklich. Schreiben ist Kopfkino, darauf hatte ich Lust.

Was war das erste Drehbuch, das du geschrieben hast?

Freunde und ich haben, als wir sechzehn Jahre alt waren, eine Persiflage auf James-Bond-Filme gedreht. Auf Super-8, das waren noch Zeiten. Dafür habe ich mein erstes Drehbuch geschrieben.

Was war dein erstes Drehbuch, für das du bezahlt wurdest?

Das erste Drehbuch, für das ich bezahlt wurde, hieß: Der Sensenmann als Hochzeitsgast, die Adaption eines John-Sinclair-Romans im Auftrag von RTL.

Trash pur, aber lustig.

Was war dein erstes verfilmtes Drehbuch?

Das erste verfilmte Drehbuch hatte den Titel Krautboys und dafür habe ich kein Geld bekommen. Es war die Vorlage für einen Very-Low-Budget-Film, der in Hagen gedreht wurde! (Ich weiß nicht, ob du, Stefan Barth, diese Stadt kennst?)

Der Film kam mit einer einzigen Kopie ins Kino und wir hatten am Ende über tausend Zuschauer.