Bullen brauchen auch mal Glück

Veröffentlicht 30. Juli 2018 in Schreiben

Als Autor von TV-Krimis ist eine meiner größten Schwierigkeiten, dass die Ermittler so wahnsinnig clever sein müssen. Schon klar, niemand will einen dummen Bullen sehen, der seine Fälle durch Zufall löst, aber die ewigen pseudoschlauen Ermittlerleistungen  (ich gebe zu, ich hasse dieses Wort), nach denen bei der Entwicklung von Krimi-Drehbüchern so oft gesucht wird, gehen mir persönlich auf die Nerven.

Ja, einerseits weil’s mir schwer fällt, mir welche einfallen zu lassen, aber auch, weil sie irgendwann total überkonstruiert sind, und mich die menschlichen Seiten der Ermittler einfach mehr interessieren. Häufig gehen die von den Autoren clever durchdachten und gebauten Ermittlungen beim Schauen der Serie so schnell an einem vorbei, dass man als Zuschauer so schnell gar nicht mitkommt.

In Romanen sieht das zum Glück oft anders aus. Zum Beispiel in Adrian McKinty’s Reihe um den irischen Polizisten Sean Duffy. Zur Zeit lese ich In the morning I’ll be gone, den dritten Roman, in dem Duffy versucht einen IRA-Terroristen zu finden und gleichzeitig den Mord an einer jungen Frau zu klären. Duffy beißt sich an dem Fall die Zähne aus, alle Spuren führen ins Leere  – und dann schreibt McKinty das hier:

Tut der Spannung nicht den geringsten Abbruch.

Und macht Duffy als Ermittler und als Mensch so viel sympathischer und authentischer.

 

 

DEAD MOUNTAIN – das Cover

Veröffentlicht 5. Juli 2018 in Dead Mountain, Ebook, Roman, Schreiben

Die Veröffentlichung meines dritten Romans Dead Mountain rückt näher.

Wenn alles klappt werde ich diesmal E-Book und Taschenbuch zur selben Zeit veröffentlichen.

Hier könnt ihr schon mal das tolle Cover von Marko Heisig bewundern.

Zu Gast beim Serienreif Podcast von Jens Mayer

Veröffentlicht 2. Mai 2018 in Drehbuch, Filme, Interview, Roman, Schreiben, Serien, TV

Diese Woche bin ich zu Gast beim Serienreif Podcast  vom Berliner Journalisten und Autoren Jens Mayer.

Der Podcast von Jens über das deutsche Seriengeschäft, in dem die Kreativen aus dem Nähkästchen plaudern, ist eine tolle Sache, die ich jedem Interessierten, ob aus der Branche oder nur Fan, sehr ans Herz legen kann.

Danke für das Gespräch, Jens. Hat einen Riesenspaß gemacht!

S03E08 GAST: Stefan Barth (Alarm für Cobra 11 | Der Clown | Was nicht passt, wird passend gemacht)

TEASER für den nächsten Roman: DEAD MOUNTAIN

Veröffentlicht 16. März 2018 in Dead Mountain, Roman, Schreiben

Neues Jahr, neuer Roman.

Nach dem Hardboiled Crime vom Drecksnest und dem zweiten Weltkrieg von Es war einmal in Deutschland wieder ein Sprung im Genre – diesmal: Horror.

DEAD MOUNTAIN handelt von zwei Geschwistern, der sechzehnjährigen Henni und ihrem zehnjährigen Bruder Fabio, die den ersten Winter nach einem Zombie-Outbreak einigermaßen sicher in ihrem Elternhaus in den Alpen verbracht haben. Aber jetzt kommt der Frühling, der Schnee schmilzt, die Untoten werden mobiler, die Vorräte gehen aus – und dann taucht endlich wieder ein Erwachsener im Leben der Kinder auf …

Der Roman ist zwar fertig, aber bis zur Veröffentlichung müssen noch ein paar Schritte durchlaufen werden. Überarbeiten, korrigieren, noch mal überarbeiten, Korrektorat, Cover und so weiter und so fort. Dauert also noch ein Weilchen.

Bis dahin mal ein kleiner Appetithappen. Viel Spaß.

DEAD MOUNTAIN – KAPITEL 1:

Sie hören ihn bevor sie ihn sehen.

Oder riechen.

Henni bleibt stehen und sieht zu Fabio.

Die Hand des Jungen umklammert den mattschwarzen Sportbogen so fest, dass die Knöchel weiß hervortreten. Seine braunen Augen sind weit aufgerissen.

Sie lauschen.

Der Wind rauscht in den Bäumen, an deren Ästen die Blätter erst vor wenigen Tagen in voller Pracht zu sprießen begonnen haben.

Da ist es wieder.

Das Klingeln.

Ein Glöckchen.

Fabio runzelt die Stirn und Henni sieht, dass er etwas sagen will. Sie hebt eine Hand und schüttelt den Kopf.

Er schluckt die unausgesprochenen Worte wieder runter.

Das Klingeln wird lauter.

Für einen kurzen Moment schlägt ihr Herz nicht nur aus Angst, sondern auch aus Hoffnung schneller.

Doch dann hört sie die schweren, schlurfenden Schritte, die das klingelnde Glöckchen begleiten.

Das Fünkchen Hoffnung verglüht.

Sie überlegt, ob sie nicht einfach abhauen sollen, aber sie verwirft den Gedanken gleich wieder. Wenn sich einer von denen hier oben rumtreibt, nützt es nichts dem Problem einfach aus dem Weg zu gehen.

Interviews mit Drehbuchautoren 11: LORENZ STASSEN

Veröffentlicht 5. Februar 2018 in Interview, Schreiben

Neues Interview. Heute mit Lorenz Stassen.

Vor zwanzig Jahren, ich hatte gerade als „bezahlter“ Drehbuchschreiber angefangen, da klingelte eines Abends das Telefon und am anderen Ende war Lorenz, der meine Nummer von meiner damaligen Agentin hatte. Lorenz hatte ein Drehbuch geschrieben (ich glaube, es war das im Interview erwähnte Krautboys) und wollte einfach mal mit einem anderen Anfänger über das Drehbuchschreiben quatschen.

Zwanzig Jahre später telefonieren wir immer noch, jetzt darüber wieviel Spaß uns das Schreiben von Romanen macht. Lorenz‘ Erstling, ein Thriller namens Angstmörder, ist kürzlich bei Heyne erschienen.

Aber hier und heute reden wir wieder übers Drehbuchschreiben:

Wie bist du zum Drehbuchschreiben gekommen? Studium? Zufall? Früh? Spät? Weil du nix Richtiges gelernt hast? Erzähl mal von deinem Werdegang.

Ich habe nach dem Realschulabschluss zuerst was Richtiges gelernt: Chemielaborant bei Bayer. Aber ich wollte nicht mein ganzes Berufsleben lang im Labor stehen, deshalb wechselte ich Anfang der Neunziger in die Fernsehbranche. – Zuerst wollte ich natürlich Regisseur werden, habe aber schnell Abstand von dieser Idee genommen. Die Arbeit am Set finde ich schrecklich. Schreiben ist Kopfkino, darauf hatte ich Lust.

Was war das erste Drehbuch, das du geschrieben hast?

Freunde und ich haben, als wir sechzehn Jahre alt waren, eine Persiflage auf James-Bond-Filme gedreht. Auf Super-8, das waren noch Zeiten. Dafür habe ich mein erstes Drehbuch geschrieben.

Was war dein erstes Drehbuch, für das du bezahlt wurdest?

Das erste Drehbuch, für das ich bezahlt wurde, hieß: Der Sensenmann als Hochzeitsgast, die Adaption eines John-Sinclair-Romans im Auftrag von RTL.

Trash pur, aber lustig.

Was war dein erstes verfilmtes Drehbuch?

Das erste verfilmte Drehbuch hatte den Titel Krautboys und dafür habe ich kein Geld bekommen. Es war die Vorlage für einen Very-Low-Budget-Film, der in Hagen gedreht wurde! (Ich weiß nicht, ob du, Stefan Barth, diese Stadt kennst?)

Der Film kam mit einer einzigen Kopie ins Kino und wir hatten am Ende über tausend Zuschauer.

Interviews mit Drehbuchautoren 10: Roland Heep

Veröffentlicht 15. Januar 2018 in Drehbuch, Interview, Schreiben

Heute lässt Roland Heep die Hosen runter.

Roland und ich haben Anfang der Neunziger Theater-Film-Fernsehen in Bochum studiert, ohne dabei persönlich in Kontakt zu kommen. Tatsächlich habe ich aber eins seiner von ihm im Interview erwähnten studentischen Seminare besucht. Wenn ich mich recht erinnere, ging es dabei um das Hollywood-Kino der Achtziger. Die studentischen Seminare von Roland und Co. waren ein Highlight im ansonsten eher drögen Seminar-Angebot a la „Der iranische Film nach 1940“.

Später, als wir beide für die Serie Der Clown schrieben, habe ich dann mal einen Tag lang mit Roland und seinen Kollegen zusammengesessen, um über einen Clown-Kinofilm zu brainstormen, der eine Herzensangelegenheit unseres Produzenten war. Den Kinofilm gab es später dann tatsächlich mal, allerdings hatten weder Roland noch ich damit zu tun.

Ein paar Jahre später haben wir für mehrere Tage zusammen im Writers Room einer Serie über internationale Schatzsucher gesessen. Aber wie bereits im Vorwort eines anderen Interviews erwähnt, erlebten diese Schatzsucher ihre Abenteuer leider nur auf dem Papier.

Roland und Kollege Gerry Streberg hosten übrigens einen tollen Podcast namens Viele Wege führen nach Om, der sich mit den großen Fragen des Lebens befasst. Was das heißt? Hört am besten selbst rein. Lohnt sich.

Jetzt aber zu Rolands Interview. Here you go:

Wie bist du zum Drehbuchschreiben gekommen? Studium? Zufall? Früh? Spät? Weil du nix Richtiges gelernt hast? Erzähl mal von deinem Werdegang.

Nachdem ich als Kind in kurzer Folge The Empire Strikes Back, Raiders of the Lost Ark, und E.T. im Kino gesehen habe, wusste ich, ich will Filmemacher werden. Zuerst natürlich Regisseur, aber als mir klar wurde, dass es Leute gibt, die sich gemütlich zu Hause im Warmen die Geschichten ausdenken und nicht wie der Rest des Teams Nachts im Regen frieren müssen, habe ich lieber angefangen zu schreiben.

Nach dem Abi habe ich Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an der Uni Bochum studiert. Da hätte man zwar auch was über Andrej Tarkowsky oder das südbalinesische Tanztheater im Experimentalfilm der 20er Jahre lernen können, aber wir hatten zum Glück einen fantastischen Dozenten, der es uns ermöglicht hat ein etwas interessanteres Alternativprogramm anzubieten. Also haben diverse Kommilitonen Seminare zum Thema, Monty Python, Star Trek, Splatterfilme oder Bruce Lee gegeben. Ich selber habe ein Semester lang über die Filme von Steven Spielberg doziert.

Während der Zeit hab ich als Filmjournalist und Co-Autor diverser Begleitbücher über The X-Files zum ersten Mal mit meinen Texten Geld verdient.

Nach der Zwischenprüfung wollte ich eigentlich nur ein Praktikum bei der RTL Soap Unter Uns machen. Aber damals in den 90ern gab es großen Bedarf an Autoren und Kollege Koopmann hat mich direkt als Storyliner angeheuert. In den folgenden drei Jahren hab ich dann alle Grundlagen des Fernsehschreibens und Produzierens gelernt und wurde dafür auch noch äußerst gut bezahlt. Um es mit dem Titel meiner Lieblingsfolge Star Trek – TNG zu sagen: „The best of both worlds.“ (An die Uni bin ich selbstverständlich nie mehr zurück.)

1999 haben Frank und ich dann Kontakt zu Action Concept und der Columbia bekommen und parallel unsere ersten „richtigen“ Drehbücher für die ARD Snowboarder Serie Powder Park und die RTL Action Serie Der Clown geschrieben. Da haben wir ja auch dich kennengelernt.

Kurz danach haben Frank und ich mit Jeanet Pfitzer und Jörg Alberts die Autorengruppe „mondo23“ gegründet, die bis heute besteht.

 Was war das erste Drehbuch, das du geschrieben hast?

Ein Lethal Weapon rip-off Action Thriller. Mit 16.

Was war dein erstes Drehbuch, für das du bezahlt wurdest?

Bei Unter Uns wurde ich zwar schon für’s Folgen schreiben bezahlt, streng genommen waren das aber „nur“ Treatments, die Dialoge haben andere geschrieben. Mein erstes richtiges Drehbuch war eine Folge für Powder Park.

 Was war dein erstes verfilmtes Drehbuch?

Eben diese Folge von Powder Park.

Interviews mit Drehbuchautoren 9: USCHI MÜLLER

Veröffentlicht 8. Januar 2018 in Drehbuch, Interview, Schreiben

Interview Nummer Neun. Heute mit Uschi Müller (Hinter Gittern, Solo Köln).

Bis der Starbucks in unserer gemeinsamen Hood dichtmachte sind Uschi und ich uns dort gelegentlich morgens über den Weg gelaufen und haben Erlebnisse von der Front ausgetauscht. Jetzt brauchen wir einen neuen Laden (obwohl der verdammte Starbucks schon lange auf dem absteigenden Ast war).

Wie bist du zum Drehbuchschreiben gekommen? Studium? Zufall? Früh? Spät? Weil du nix Richtiges gelernt hast? Erzähl mal von deinem Werdegang.

Geschrieben habe ich schon mit elf. Aber am Niederrhein war das Berufsbild „Drehbuchautor“ noch nicht so verbreitet in den 70er Jahren. Also wurde ich Lehrerin. Fast jedenfalls. Gerettet hat mich ein Schreibmaschinenkurs. Damit konnte ich schon mal Produktionssekretärin werden. Damals, Mitte der 80er, der klassische Branchen-Einstieg für Frauen. Aber später auch ein genialer Einstieg fürs Schreiben. Richtig gebracht hat das aber erst in den frühen 90ern was. Als die Privaten mit GZSZ und die ARD mit Verbotene Liebe auf den Markt kamen. Die Öffentlich-Rechtlichen hatten bis dahin ja nur Herbert Reinecker, der alles schrieb. Zumindest gefühlt.

Was war das erste Drehbuch, das du geschrieben hast?

Die Adaption einer Folge von Married With Children. 1992 versuchte RTL sich mal mit einer deutschen Version davon: Hilfe, meine Familie spinnt. Im Original ging’s um Elvis Presley, in der Fälschung um Roy Black. „Ganz in Schweiß“ hieß es. Es wurde nie gedreht, weil es zu frech war. Und Roy Black tot. Aber die Chefautoren haben mir ein Karaoke-Ständchen gesungen.

Was war dein erstes Drehbuch, für das du bezahlt wurdest?

Für das obige Buch leider nicht. Dann war ich nach diversen Shadows und Bearbeitungen von Sitcoms jahrelang erstmal Storyliner, Story Editor und Chefautorin bei zahlreichen Dailys und Telenovelas wie die oben erwähnten. Das wurde sehr gut bezahlt. Das erste, ganz und gar eigene bezahlte Buch aber war für Hinter Gittern. Da war ich insgesamt fünf Jahre. Eine großartige Zeit, in der ich sehr viel gelernt habe. Ich glaube, ich könnte aus jedem deutschen Gefängnis ausbrechen.

Was war dein erstes verfilmtes Drehbuch?

Eben dieses.

Interviews mit Drehbuchautoren 8: DAVID UNGUREIT

Veröffentlicht 3. Januar 2018 in Drehbuch, Interview, Schreiben

Frohes Neues!

In diesem Sinne: Neues Interview – heute: David Ungureit (Die Anrheiner, Danni Lowinski).

Als ich David das letzte Mal gesehen habe, hatte ich hinterher einen Kater, aber das will ich ihm mal nicht ankreiden. Es war die Schuld von Bene Gollhardt (Interview Nummer 4), denn der hatte Geburtstag.

Wie bist du zum Drehbuchschreiben gekommen? Studium? Zufall? Früh? Spät? Weil du nix Richtiges gelernt hast? Erzähl mal von deinem Werdegang.

Eigentlich wollte ich Musiker werden, hatte eine Band und habe, eher so nebenbei, studiert. Leider wurde meine Liebe zur Musik von der Musik nicht im gleichen Maße erwidert, und mein Studium führte auch nicht ins Berufsleben. Irgendwann zeigte mir ein Freund ein Drehbuch einer deutschen Krimiserie, für die er als Schauspieler engagiert war. In unserer jugendlichen Arroganz sagten wir: „Wie grottig. Das können wir besser“ und beschlossen, DEN Film zu schreiben, den wir selber gerne im Kino sehen wollten. Es wurde ein wüstes Drehbuch zu einem unbezahlbaren Science-Fiction-Film, der folgerichtig nie gemacht wurde. Allerdings konnten wir einige Aufmerksamkeit erregen, denn solche Drehbücher wurden (und werden) wohl eher selten als Visitenkarten von Neulingen vorgelegt. Eine Art unfreiwilliger „USP“, der zu ersten Aufträgen führte. Der Anfang war gemacht.

Was war das erste Drehbuch, das du geschrieben hast?

Weil das oben genannte Science-Fiction-Buch so lange dauerte, wurde es überholt von einem Kurzfilmdrehbuch, das unter dem Titel Willkommen im Team tatsächlich auch verfilmt wurde.

Was war dein erstes Drehbuch, für das du bezahlt wurdest?

In den ersten beiden Jahren wurde ich (abgesehen von einer Drehbuchförderung) ausschließlich für Exposés und Konzepte bezahlt. Als ich mich daran fast schon gewöhnt hatte, sollte ein Konzept, an dem ich mitgeschrieben hatte, dann realisiert werden: Die WDR-Serie Die Anrheiner, für die ich dann über 40 Folgen schrieb. Folge 1 war wohl mein erstes Buch, für das ich Kohle bekam.

Was war dein erstes verfilmtes Drehbuch?

Siehe oben: Willkommen im Team.

Interviews mit Drehbuchautoren 7: ALEXANDER LINDH

Veröffentlicht 18. Dezember 2017 in Drehbuch, Interview, Schreiben

Interview Nummer Sieben. Heute mit Alexander Lindh (Armans Geheimnis).

Wir sind uns (noch) nicht persönlich über den Weg gelaufen, sondern auf Twitter begegnet, und Alexander hat netterweise sofort zugesagt bei den Interviews mitzumachen.

Also ohne weiteres Gefasel zu Alexanders Antworten:

Wie bist du zum Drehbuchschreiben gekommen? Studium? Zufall? Früh? Spät? Weil du nix Richtiges gelernt hast? Erzähl mal von deinem Werdegang.

Ich wusste schon als Teenager, dass ich gerne „irgendwas mit Schreiben“ machen wollte. Ich habe dann nach dem Abi vom Institut für Kreatives Schreiben an der Uni Hildesheim erfahren und dort drei Jahre studiert. In der Zeit begann so langsam der Serienhype und ich hatte ein paar aufmerksame Dozentinnen und Dozenten, die sich früh mit dem seriellen Erzählen beschäftigt haben, und dazu Seminare angeboten haben.

Einer davon war Joachim Friedmann, ein Autor, der neben seiner Lehrtätigkeit unter anderem für Gute Zeiten Schlechte Zeiten arbeitete und uns erzählte, dass man in Deutschland in der Soap nicht wirklich anders arbeitet, als bei den Sopranos. Ich habe Joachim gefragt, ob ich im Story-Team von GZSZ mal ein Praktikum machen könnte. Aus dem Praktikum wurden zwei Jahre als Storyliner, Editor und Dialog-Autor. Irgendwann reichte es mir und ich bewarb mich für das Serial-Eyes-Programm an der DFFB, ein Zusatzstudium für junge Serienautoren und Autorinnen. Seit dem arbeite ich als freier Drehbuchautor.

Was war das erste Drehbuch, das du geschrieben hast?

In der Uni habe ich für ein Seminar einen Kurzfilm über einen Mann geschrieben, der nach seinem Tod wieder in der Gebärmutter seiner Mutter aufwacht.

Was war dein erstes Drehbuch, für das du bezahlt wurdest?

Ein Treatment für GZSZ.

Was war dein erstes verfilmtes Drehbuch?

Siehe oben.

Interviews mit Drehbuchautoren 6: KLAUS ROHNE

Veröffentlicht 11. Dezember 2017 in Drehbuch, Interview, Schreiben

Interview Nummer 6: Heute KLAUS ROHNE. Das erste und bislang letzte Mal habe ich Klaus auf einer Berghütte im Zillertal gesehen, wo unsere damalige gemeinsame Agentin eine grandiose Party für ihre Klienten geschmissen hat. Wenn er nicht selbst gerade auf irgendwelchen Bergen rumwandert, ist Klaus ein vielbeschäftigter Serienautor (Hauptstadtrevier, Betty Diagnose und noch so viel mehr).

Wie bist du zum Drehbuchschreiben gekommen? Studium? Zufall? Früh? Spät? Weil du nix Richtiges gelernt hast? Erzähl mal von deinem Werdegang.

Das ist ein bisschen filmreif. Ich habe ursprünglich BWL studiert und in verschiedenen Krawattenträger-Jobs gearbeitet, bis ich davon irgendwann die Schnauze voll hatte und ins Blaue hinein gekündigt habe. Ich wusste nicht, was ich machen wollte, nur, was ich nicht mehr wollte. Am Stammtisch in meiner Kneipe saß damals ein Typ, der immer Drehbücher gelesen hat (und Headwriter für eine neue Serie war). Ich fand das interessant, hab meinen Senf dazugegeben und irgendwann meinte der, ich soll doch mal was schreiben. Ohne die geringste Ahnung hab ich dann meine erste Szene geschrieben – die drehten gerade eine Sitcom für Pro7: Die Viersteins. Eine Woche später wollte mich der Produzent kennenlernen…..

Was war das erste Drehbuch, das du geschrieben hast?

Eine Episode für eben diese Sitcom. Ich hab sie schön dramatisch „Raven“ genannt. Daraus wurde dann „Kurti“.

Was war dein erstes Drehbuch, für das du bezahlt wurdest?

Genau das.

Was war dein erstes verfilmtes Drehbuch?

Und es wurde auch verfilmt und ausgestrahlt. Anfängerglück oder so.