Filme übers Wasser

Veröffentlicht 9. Juni 2017 in Allgemein, Filme, Kino

Gestern war #TagdesMeeres. Wie auf die meisten von uns, übt das Meer auch auf mich eine große Faszination aus. Was wahrscheinlich auch mit den Strandurlauben meiner Kindheit und Jugend zusammenhängt.

Wie auch immer, hier mal eine schnelle Liste von zehn geliebten Filmen, die jede Menge Meer oder in einem Fall Fluß haben.

1. The Big Wednesday (1978, John Milius)

Der großartigste Film über das Meer, Surfen und Freundschaft von einem der großartigsten Autoren/Regisseure, die es gibt: John Milius. Was würd ich drum geben, den mal auf einer großen Leinwand zu sehen.

2. Jaws/Der weiße Hai (1975, Steven Spielberg)

Okay, zum weißen Hai muss ich ja wohl nichts sagen, oder?

3. Point Break (1995, Kathryn Bigelow)

FBI-Bubi Johnny Utah jagt Surfer & Bankräuber Patrick Swayze. Ich werde niemals freiwillig das Remake anschauen.

4. Poseidon Inferno/The Poseidon Adventure (1972, Ronald Neame, Irwin Allen)

Priester Gene Hackman versucht eine Gruppe von Überlebenden aus einem gekenterten Kreuzfahrtschiff zu retten. Einer der besten Streifen aus der Katastrophenfilm-Welle der Siebziger. Das Remake von 2006 kann man getrost in die Tonne kloppen.

5. The Abyss (1989, James Cameron)

James Cameron’s ultimativer Unterwasserfilm, für den das Genie mal eben eine Möglichkeit erfunden hat Originalton unter Wasser aufzunehmen. Lief im Kino in einer gekürzten Fassung, die vieles im Unklaren ließ. Inzwischen gibt es zum Glück längst den Director’s Cut, in dem die Rahmenstory, um die Außerirdischen, die in unserem Meer leben, vernünftig erklärt wird. Ein ganz großer, faszinierender Film.

6. Deep Blue Sea (1999, Renny Harlin)

Wissenschaftler doktoren auf einer schwimmenden Forschungsstation mitten im Ozean an der DNS von Haien herum. Dann kommt ein Sturm auf und die Kacke ist am Dampfen. Denn die Haie sind jetzt schneller. Und schlauer. Und haben Hunger. Großer, nasser Metzelspaß von Renny Harlin.

7. White Squall (1996, Ridley Scott)

Jeff Bridges als Kapitän eines Schulschiffs, das in einem Sturm (White Squall) sinkt, wofür Bridges sich anschließend vor Gericht verantworten muss. Eine Art Dead Poets Society auf dem Meer. Lange nicht so gut. Aber ich mag den Film trotzdem.

8. Aus der Mitte entspringt ein Fluss (1992, Robert Redford)

Okay, Flüsse statt Meer. Robert Redfords Film über Familie, Erwachsenwerden und Fliegenfischen im Montana der Zwanziger Jahre. Basiert auf der Novelle von Norman McLean. Beide enden mit diesem faszinierenden Text: “Eventually, all things merge into one, and a river runs through it. The river was cut by the world’s great flood and runs over rocks from the basement of time. On some of the rocks are timeless raindrops. Under the rocks are the words, and some of the words are theirs.
I am haunted by waters.”

9. Betty Blue – 37 Grad am Morgen (1986, Jean Jaques Beineix)

Streng genommen spielt nur der Anfang dieser tragikomischen Liebesgeschichte nach dem Roman von Philippe Djian am Meer, aber ich assoziiere ihn immer mit Meer und Sommer. Großer Film, großer Roman von einem großen Schriftsteller.

10. Castaway (2001, Robert Zemeckis)

Tom Hanks gestrandet auf einer einsamen Insel irgendwo im pazifischen Ozean. Sein einziger Freund: ein gammeliger Football. Manchmal braucht man nicht mehr um einen tollen Film zu machen.

Scheißhausliteratur (6) Marathon Man

Veröffentlicht 29. Mai 2017 in Scheißhausliteratur

Heute ist William Goldman in erster Linie als Drehbuchautor bekannt, nicht zuletzt durch sein großartiges Buch Adventures in the Screen Trade, einer der Klassiker unter den Büchern über das Drehbuchschreiben.

Dabei hatte er, bevor er sein erstes Drehbuch schrieb, bereits mehrere Romane veröffentlicht und tat das auch während seiner Karriere als Drehbuchautor weiter, der letzte war 1986 Brothers, ein Sequel zu Marathon Man, den ich heute als Scheißhausliteratur vorstelle. Die meisten Leute werden zumindest von Marathon Man dem Film gehört haben. Die Zahnarzt-Szene ist legendär und hat Goldman nach eigenen Worten bei Zahnärzten auf der ganzen Welt berühmt-berüchtigt gemacht.

Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner – Trailer

Veröffentlicht 19. Mai 2017 in Drehbuch, Kino

Hier ist der Trailer von „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“, einem neuen Kinofilm, zu dem ich das Drehbuch geschrieben habe. Ab 13. Juli im Kino.

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Kerstin Gier.

Filme als Inspiration für „Es war einmal in Deutschland“

Veröffentlicht 18. Mai 2017 in Ebook, Es war einmal in Deutschland, Filme, Roman

Mein Roman Es war einmal in Deutschland hat vor vielen Jahren zunächst als Drehbuch das Licht der Welt erblickt. Die Idee entstand aus einem Gedanken: Hängt ihn höher im zweiten Weltkrieg. Wer Hängt ihn höher oder Hang‘ em high nicht kennt, das ist ein Western von 1968, in dem Clint Eastwood aufgehängt wird, es überlebt und sich nun an den Verantwortlichen rächen will.

Heinrich, der Protagonist von „Es war einmal…“, der gleich zu Anfang gehängt wird und überlebt, will sich zwar nicht rächen, aber das Schicksal lässt ihn ein zweites Mal auf seine Peiniger treffen. Das Drehbuch entstand zwischen 2002 und 2005, ging durch ein paar Entwicklungsstufen, darunter auch mit einem Historiker, der half diesem „Western im zweiten Weltkrieg“ einen authentischen Anstrich zu verpassen. Ansonsten waren wie bei allen Projekten andere Filme und Bücher Quellen der Inspiration.

Hier liste ich mal fünf Filme auf, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben:

Komm und Sieh/Come and See (Sowjetunion 1986, Elem Klimov)

Lange bevor ich die Idee zu „Es war einmal…“ hatte, kam ich eines Abends vom Biertrinken mit Freunden nach Hause und surfte vorm Schlafengehen noch ein bisschen durchs Fernsehen. Auf ARTE blieb ich hängen. Ich war mitten in eine Szene aus Komm und Sieh geraten, in der deutsche Soldaten ein russisches Dorf überfallen und die Bewohner massakrieren. Selten zuvor und ganz sicher nicht in einem amerikanischen oder europäischen Film hatte ich eine derart schmutzig-grausame und realistisch anmutende Szene gesehen. Erst ein oder zwei Jahre später habe ich dann den kompletten real-surrealen Film gesehen, und ich kann jedem, der sich für das Thema interessiert nur empfehlen das auch zu tun. Inspiration für „Es war einmal…“ war für mich die Darstellung der deutschen Soldaten, die manchmal wirkten wie Road Warriors aus einem Mad Max Film. Immer wenn ich über meine blutrünstige SS-Truppe schrieb, hatte ich Bilder wie diese vor Augen.

The Big Red One (USA 1980, Samuel Fuller)

Ein Film, den man in seiner ursprünglichen Version erst seit 2004 sehen kann. Für „kleines Geld“ von Sam Fuller nach eigenem Drehbuch, basierend auf seinem Roman und seinen eigenen Erlebnissen als Dog Face im zweiten Weltkrieg inszeniert. Ein Film über eine kleine Gruppe von Scharfschützen (darunter Luke Skywalker aka Mark Hamill) angeführt von Sergeant Lee Marvin, die man von der Landung in Sizilien bis zur Befreiung eines Konzentrationslagers in Deutschland begleitet.

Man sieht dem Film das vergleichsweise geringe Budget stellenweise an, aber das tut ihm als einen der ganz großen Kriegsfilme keinen Abbruch. Szenen wie die, in der Lee Marvin ein im KZ fast zu Tode gehungertes Kind, solange auf den Schultern trägt, bis es gestorben ist, bringen mich fast noch zum Heulen, während ich das hier schreibe. Auf der anderen Seite hat der Film seines Themas zum Trotz immer wieder eine erstaunliche Leichtigkeit, wenn er die absurden Momente des Krieges beschreibt: die Soldaten als Geburtshelfer oder ein weggeschossener Hoden, der es als Hommage direkt in meinen Roman geschafft hat.

 

Steiner – Das eiserne Kreuz/Iron Cross (Deutschland/England/Jugoslawien 1977, Sam Peckinpah)

Ein Film von Sam Peckinpah (The Wild Bunch) über eine Gruppe Wehrmachtssoldaten im Russlandfeldzug, basierend auf dem Roman Das geduldige Fleisch des deutschen Schriftstellers Willi Heinrich.  James Coburn spielt den titelgebenden Feldwebel Steiner und Maximilian Schell seinen Widersacher, Hauptmann Stransky, einen preußischen Aristokraten. Wir erleben die Grausamkeit des Krieges aus Sicht der deutschen Soldaten, denen es nicht ums Vaterland, sondern ums pure Überleben geht, und gleichzeitig die Konflikte zwischen dem „einfachen Mann“ Steiner und dem Aristokraten Stransky.

 

Die Brücke von Arnheim/A Bridge Too Far (England/USA 1977, Richard Attenborough)

Richard Attenboroughs Großproduktion über die gescheiterte Operation Market Garden der Alliierten, mit denen sie versuchten einen möglichst schnellen Weg ins Herz Deutschlands, das Ruhrgebiet, zu finden. Basierend auf dem Sachbuch von Cornelius Ryan. Erzählt aus Sicht von einem guten Dutzend Charaktere, dargestellt von Sean Connery, Robert Redford, Sean Connery, Gene Hackman, Liv Ullman, Hardy Krüger, James Caan und vielen anderen. Großes, klassisches Hollywood-Kino über den Preis des Krieges.

 

Die Hölle von Korea/The Steel Helmet (USA, 1953, Samuel Fuller)

Sam Fullers Low Budget Film über den Korea-Krieg, in nur zehn Tagen im Griffith Park in Los Angeles gedreht. Die Handlung dreht sich um eine kleine Truppe von US-Soldaten, die sich in einem Buddha-Tempel gegen eine koreanische Übermacht verteidigen muss. Wie später in The Big Red One beweist Fuller auch hier, warum ihn Regisseure wie Martin Scorsese als großen Meister schätzen. Eine simple, emotionale Story, großartig inszeniert, und man spürt, dass Fuller weiß, wovon er erzählt. Wie in den meisten der besten Kriegsfilme geht es nicht um Politik, sondern um Menschen.

 

Die Brücke (Deutschland 1959, Bernhard Wicki)

Deutscher Klassiker basierend auf dem gleichnamigen Roman über eine Gruppe von Schuljungen, die an einer Brücke einen sinnlosen letzten Kampf gegen die anrückenden Amerikaner führen sollen und fast alle einen ebenso sinnlosen Tod sterben. Ich habe den Film in meiner Schulzeit gesehen und damals hat er mich sehr mitgenommen. Die Szene, in der ein amerikanischer Soldat den Jungs sagt, sie sollen nicht kämpfen, sondern nach Hause gehen, nur um aus Angst von ihnen niedergeschossen zu werden, war nur eine von vielen mit enormer emotionaler Wucht.

 

Es war einmal in Deutschland – der neue Roman – jetzt als E-Book

Veröffentlicht 15. Mai 2017 in Ebook, Es war einmal in Deutschland, Roman

So. Ich kann es selbst noch nicht glauben, aber der neue Roman Es war einmal in Deutschland ist ab heute auf Amazon erhältlich. Zunächst nur als E-Book, aber die Print-Ausgabe wird in absehbarer Zeit folgen.

Worum geht’s?

Deutschland, April 1945, die letzte Kriegswoche.
Der vom langen Krieg desillusionierte Landser Heinrich erfährt, dass seine Frau und eins seiner beiden Kinder bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen sind. Er desertiert, um an die Seite seiner jüngsten Tochter zu eilen. Doch er gerät in die Fänge einer SS-Einheit.
Der fanatische Obersturmbannführer von Starnfeld macht kurzen Prozess mit Vaterlandsverrätern und hängt Heinrich am nächsten Baum auf. Als er von der jungen Bäuerin Elsa vor dem sicheren Tod gerettet wird, glaubt Heinrich, seinen Heimweg fortsetzen zu können. Stattdessen gerät er in einen blutigen Konflikt um das versteckte Gold einer ermordeten jüdischen Industriellen-Familie.
Um nach Hause zu kommen zu seinem Kind, muss Heinrich ein letztes Mal kämpfen.
Härter als je zuvor.

 

 

 

Interview bei mordsbuch.net

Veröffentlicht 2. Mai 2017 in Drehbuch, Roman, Schreiben

Ich durfte der netten Bianca Pohlig von Mordsbuch ein Interview geben. Einfach unten klicken:

Interview mit Stefan Barth

 

Scheißhausliteratur (5) The Glass Rainbow

Veröffentlicht 27. April 2017 in Scheißhausliteratur

„The Glass Rainbow“ ist bereits der achtzehnte (!) Roman über den Louisiana-Cop Dave Robicheaux und seinen besten Freund & Partner, die menschliche Dampframme Clete Purcell.

Auf den Autoren James Lee Burke bin ich vor über zwanzig Jahren gestoßen in Form seines dritten Robicheaux-Romans namens „Black Cherry Blues“ gestoßen. Da gibt’s eine Szene, in der Robicheaux über einen Bergpass fährt, während ein Sturm vorüberzieht, und wie Burke diesen Sturm über, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, eine ganze Seite in Worten malt habe ich nie vergessen.

Weil Montag ist: Drecksnest – Kapitel 1

Veröffentlicht 24. April 2017 in Drecksnest, Ebook, Roman

Weil Montag ist oder vielleicht weil ich einfach nur mal wieder was posten möchte, gibt’s heute das erste Kapitel aus meinem Roman „Drecksnest“. Erhältlich als E-book und Taschenbuch bei Amazon. Here you go:

Drecksnest – Kapitel 1

Rocco wirft einen genervten Blick auf seine Uhr.

Eine Rolex. Gefälscht. Aber das weiß er nicht. Der Fettsack glaubt, das Ding ist echt. Dabei sollte er es wirklich besser wissen. Hinter seinem Rücken machen sich alle darüber lustig, aber niemand sagt es ihm. Irgendwann kriegt er es mit, und dann fliegen die Fäuste, soviel steht fest. Wenn man ihn verarscht, wird der Dicke zum Tier.

– Weißt du, was ich mehr hasse als warten? Warten auf blöde Kanaken.

Dante erwidert nichts. Starrt durch die Windschutzscheibe auf die mit Graffiti beschmierten Betonpfeiler. Rocco hat recht. Die Albaner sind spät dran. Sie warten jetzt bereits fast eine halbe Stunde hier unter der Brücke. Aber was spielt das schon für eine Rolle?

Für Dante jedenfalls keine.

Er steckt sich eine Kippe zwischen die Lippen und zündet sie an. Ein routinierter Prozess, der abläuft, ohne dass Dante sich dessen wirklich bewusst ist. Dabei hätte er beinahe mit dem Rauchen aufgehört.

Für Francesca.

Im Gegenzug wollte sie die Finger vom Kokain lassen. Sie hatten ihren kleinen Deal mit einem Handschlag besiegelt. Einem leidenschaftlichen Kuss. Einer leidenschaftlichen Nacht. An einem Freitag. Der Deal sollte ab Montag gelten. Am Wochenende dazwischen durften sich beide noch einmal ihren Schwächen hingeben, so war die Abmachung. Ein Wochenende, das alles verändert hatte.

Jetzt gilt der Deal nicht mehr.

– Ich versteh nicht, warum Aldo sich mit den Muftis einlässt. Sind doch alles Terroristen. Mieser Abschaum.

Sagt der Abschaum, denkt Dante, aber hält den Mund.

Alarm für Cobra 11 „Summer & Sharky“

Veröffentlicht 18. April 2017 in Drehbuch, Serien, TV

Am kommenden Donnerstag, dem 20.04.17, gibt es eine neue Folge von „Alarm für Cobra 11“, die ich in die Tasten meines Laptops gezimmert habe: Viel Spaß mit „Summer & Sharky“.

Hier ist der Trailer.

Er will nach Hause. Sie hängen ihn auf. Ihr Fehler.

Veröffentlicht 5. April 2017 in Es war einmal in Deutschland, Roman