Eine Gratis-Geschichte für die heißen Tage: Perfekte Wellen

Veröffentlicht 29. Mai 2018 in Einen Kopf kürzer, Kurzgeschichten

Dreißig schwitzige Grad im Mai – das ist mir eine Geschichte aus meinem Buch Einen Kopf kürzer – Dunkle Geschichten wert.

Eine Gruppe von jungen Surfern sucht perfekte Wellen auf einer einsamen Insel.

Finden sie.

Aber auch etwas anderes …

Einfach unten klicken und lesen oder downloaden.  Viel Spaß!

PerfekteWellen-StefanBarth

Scheißhausliteratur (17) THE OVERLOOK von Michael Connolly

Veröffentlicht 25. Mai 2018 in Scheißhausliteratur

Ich bin kein großer Fan von Ermittler-Krimis. Aber es gibt Ausnahmen. Und die Romane von Michael Connelly gehören dazu. Connollys Detective Harry Bosch ist ein von seinem Job und dem Gedanken an Gerechtigkeit für alle besessener Bulle in Los Angeles, der mit The Overlook seinen dreizehnten Fall löst. Dabei ist die Stadt Los Angeles in den Romanen genauso Charakter wie Harry Bosch.

The Overlook erschien ursprünglich als 16-teiliges Serial im New York Times Magazine und wurde später dann von Connelly nochmal überarbeitet und als Roman veröffentlicht. Diesmal geht es um einen ermordeten Mediziner und aus einer Klinik gestohlenes Cäsium. Bosch gerät mit seiner Ex-Geliebten, der Ex-FBI-Agentin Rachel Walling aneinander, die jetzt für die Homeland Security arbeitet.

Wie bei Connelly üblich, ist der Fall bis ins kleinste Detail geplottet, es gibt kaum einen Satz in der Geschichte, der nicht irgendwie später noch einmal wichtig sein könnte und gegen Ende jagt eine Wendung die nächste. Die finale Auflösung fand ich persönlich unglaubwürdig, was sie wahrscheinlich umso realer macht.

Man merkt The Overlook sein Vorleben als verkürztes Serial an. Viel Plot, wenig Herz und Atmosphäre. Schnell gelesen, aber auch schnell wieder vergessen.

 

Im Zweifelsfall: Eine Anthony Mann/James Stewart Kombo

Veröffentlicht 8. Mai 2018 in Filme

In den Fünfziger Jahren drehten Regisseur Anthony Mann und Schauspieler James Stewart fünf Western miteinander, die ich immer wieder sehen kann. In diesem Fall: The Naked Spur aka Nackte Gewalt. Drei Männer wollen einen gesuchten Outlaw und seine Freundin dem Gesetz überbringen, um das Kopfgeld einzustreichen. Aber der Weg ist lang und gefährlich. Ein Fünf-Personen-Stück vor der grandiosen Kulisse der Rocky Mountains.

Zu Gast beim Serienreif Podcast von Jens Mayer

Veröffentlicht 2. Mai 2018 in Drehbuch, Filme, Interview, Roman, Schreiben, Serien, TV

Diese Woche bin ich zu Gast beim Serienreif Podcast  vom Berliner Journalisten und Autoren Jens Mayer.

Der Podcast von Jens über das deutsche Seriengeschäft, in dem die Kreativen aus dem Nähkästchen plaudern, ist eine tolle Sache, die ich jedem Interessierten, ob aus der Branche oder nur Fan, sehr ans Herz legen kann.

Danke für das Gespräch, Jens. Hat einen Riesenspaß gemacht!

S03E08 GAST: Stefan Barth (Alarm für Cobra 11 | Der Clown | Was nicht passt, wird passend gemacht)

DEAD MOUNTAIN

Veröffentlicht 25. April 2018 in Dead Mountain, Roman

Auf der Parkbank ein Cover für den neuen Roman skizzieren. Mal sehen, was der Grafiker dazu sagt.

 

Scheißhausliteratur (16) MISSING. NEW YORK von Don Winslow

Veröffentlicht 20. April 2018 in Scheißhausliteratur

Vor ein paar Jahren, als Don Winslow in Deutschlang erfolgreich wurde, erschienen plötzlich relativ zügig hintereinander drei seiner Romane, die nicht in Amerika, bzw. auf englisch erhältlich sind. Vergeltung, Missing. New York und Germany.

Den überwiegend schlechten und enttäuschenden Leser-Rezensionen nach zur urteilen (vor allem bei Vergeltung), riecht es, als wollte der deutsche Verleger den Durst nach Winslow stillen und hat den Meister dazu gebracht ein paar alte Manuskripte rauszukramen, die er bislang selbst nicht für veröffentlichungswürdig hielt. Vielleicht steckt aber etwas ganz anderes dahinter. Ich hab schon mit dem Gedanken gespielt Winslow auf Twitter einfach direkt danach zu fragen, mich dann aber nicht getraut, haha.

Als Winslow-Fan habe ich diese drei Bücher jedenfalls bislang gemieden, weil ich keinen übersetzten Winslow lesen mag.

Anyway, jetzt hab ich’s doch getan und mir Missing. New York reingezogen, den ersten von zwei Romanen über Ex-Cop und Privatermittler Frank Decker.

Stilistisch ist das ganz klar Winslow – kurze, knappe Sätze, schnelles Tempo – auch wenn seine Sprache auf Deutsch einfach nicht so „singt“ wie im Englischen.

Der Inhalt: Die Suche nach einem vermissten Kind wird für den Bullen Frank Decker zur Besessenheit. Nachdem alle anderen das Kind bereits als tot aufgegeben haben, kündigt Decker seinen Job und reist kreuz und quer durch die USA, bis er nach über einem Jahr endlich eine Spur findet, die ihn nach New York führt…

Missing. New York ist sicherlich nicht eins von Winslows besten Büchern. Die Story ist eher schlicht und kantenlos für das, was man sonst so von ihm kennt, aber ich hatte trotzdem Spaß und habe das Ding in wenigen Tagen „weggelesen“.

Entdeckungen: Night Moves aka Die heiße Spur

Veröffentlicht 10. April 2018 in Filme

Night Moves zu Deutsch Die heiße Spur ist ein großartiger Neo-Noir-Thriller von 1975 mit  Gene Hackman als Privatdetektiv aus Los Angeles, der die Tochter eines abgehalfterten Filmstars finden soll. Statt aufgesetzter Plot Points gibt’s tolle Charaktere und Atmosphäre.

 

Good night, Bernie Gunther

Veröffentlicht 26. März 2018 in Bücher

Mein erstes Buch von Philip Kerr war Gridiron, ein High-Tech-Thriller über ein „intelligentes“ Hochhaus, das anfängt seine Bewohner zu ermorden. Hab es damals nach ein paar Seiten aufgehört zu lesen – war mir zu sehr Michael Crichton.

In dieser Schublade hatte ich Kerr abgelegt und vergessen, bis ich Mitte 2000 über seine Berlin-Trilogie stolperte. March Violets, The Pale Criminal und A German Requiem, geschrieben Anfang der Neunziger. Drei Bücher über den Ex-Kripo-Bullen und Privatdetektiv Bernie Gunther, der während der Nazi-Zeit und kurz nach dem zweiten Weltkrieg ermittelt.

Zack, war ich Kerr-Fan.

Ein klugscheißernder Schnüffler im Geiste Philip Marlowes, dessen Geschäft unter den Nazis aufblüht, weil immer mehr Menschen spurlos verschwinden und deren Freunde/Verwandte jemanden brauchen, der sie findet. Bernie ist dieser Jemand, und einem gesunden Überlebensinstinkt zum Trotz hat er keine Probleme sich mit den verhassten Nazis anzulegen.

Geile Idee und der Ur-Vater all der Ermittler im historischen Deutschland (Volker Kutschers Gedeon Rath und Co.), die später folgen sollten.

Nach der ursprünglichen Trilogie ließ Kerr knapp fünfzehn Jahre vergehen, bevor er Bernie 2005 mit The One from the Other wieder auf Spurensuche schickte. Seitdem erschien jährlich ein neuer Bernie Gunther Roman. Meist sprang Kerr dabei in der Zeit hin und her, zeigte uns Bernie in der Nachkriegszeit, die Geschichten unterschnitten mit Ereignissen vor und während des zweiten Weltkrieges, und so fand er immer wieder Lücken in Bernies Leben, die sich mit einem spannenden Fall füllen ließen.

Schnüffler Bernie war wie ein Familienmitglied, das man nur einmal im Jahr sieht, aber sich immer drauf freut – so wie James Lee Burkes Dave Robicheaux und Billy Billy Bob Holland, Adrian McKintys Sean Duffy, Michael Connellys Harry Bosch, John Connollys Charlie Parker und einige andere.

Der letzte Bernie-Roman, Greeks bearing Gifts, erscheint 2018.

Der letzte, weil Philip Kerr diesen Monat im Alter von nur 62 Jahren leider verstorben ist.

Good night, Bernie. You’ll be sorely missed.

PS: Kerr hat sehr viel mehr als nur Romane über Bernie Gunther geschrieben: eine Kinderbuch-Reihe, ein gutes Dutzend Stand-Alone-Thriller und eine weitere Krimi-Serie im Fußball-Milieu der Gegenwart.

KING CONAN: CROWN OF IRON von John Milius

Veröffentlicht 23. März 2018 in Drehbuch, Kino

John Milius‚ Conan-Verfilmung von 1982,nach den Geschichten von Robert E. Howard, ist nicht nur Arnold Schwarzeneggers erste große Hauptrolle, sondern auch ein Klassiker des Fantasy-Film, voller großartiger Szenen und Momente und einem grandiosen Score von Basil Poledouris. Damals, als man noch keine gigantischen CGI-Armeen hatte und auch nicht brauchte, um solche Filme zu machen.

Einer meiner absoluten Favoriten. Pures Kino.

Gegen 2001 gab es kurzzeitig Hoffnung, dass Milius die lange angekündigte Fortsetzung King Conan, die das letzte Bild von Conan the Barbarian verspricht, drehen würde, produziert von den Wachowski-Schwestern, die damals durch den Erfolg der Matrix-Filme die Power hatten solche Projekte anzuschieben.

Inzwischen hat der bereits 74 Jahre alte John Milius einen Schlaganfall überlebt und es ist eher unwahrscheinlich, ob er noch mal für Conan hinter der Kamera stehen wird. Was es aber gibt, ist sein Drehbuch zu King Conan: Crown of Iron aus dem Jahr 2001. Eine direkte Fortsetzung seines Film von ’82, in dem Conan einen Sohn namens Kon mit einer Schneegöttin zeugt und erfolgreicher Feldherr der Aquilonier wird. Zum Dank krönen sie den Barbaren zum König von Zingara – und berauben ihn damit seines Mojos. Conan wird fett, faul und gefräßig, frönt Wein, Weib und Gesang und verliert seine barbarischen Instinkte, während die Aquilonier ihm den Sohn entfremden und zu seinem eigenen Nachfolger trainieren. Aber am Ende findet Conan seinen inneren Barbaren wieder und tritt gemeinsam mit Kon gegen seine durchtriebenen aquilonischen Herren an. Köpfe rollen und zwar nicht zu knapp.

Das Drehbuch endet mit der Ankündigung eines dritten Teils: Beneath My Sandaled Feet. Keine Ahnung, ob Milius die Geschichte jemals auch geschrieben hat, sie wäre aber sicherlich genauso schön zu lesen wie King Conan.

Gut möglich, dass es noch mal einen Film mit Arnold Schwarzenegger als King Conan geben wird, das Projekt hat inzwischen haufenweise andere Drehbuchautoren durchlaufen, aber ehrlich gesagt, der einzige Conan-Film, der mich interessiert, ist einer von John Milius.

Also bleibt sein Drehbuch King Conan: Crown of Iron und die Kraft der Vorstellung.

PS: Wer die Doku Milius über einen von Hollywoods großen Drehbuchautoren und Regisseuren nicht kennt, sollte das ändern.

TEASER für den nächsten Roman: DEAD MOUNTAIN

Veröffentlicht 16. März 2018 in Dead Mountain, Roman, Schreiben

Neues Jahr, neuer Roman.

Nach dem Hardboiled Crime vom Drecksnest und dem zweiten Weltkrieg von Es war einmal in Deutschland wieder ein Sprung im Genre – diesmal: Horror.

DEAD MOUNTAIN handelt von zwei Geschwistern, der sechzehnjährigen Henni und ihrem zehnjährigen Bruder Fabio, die den ersten Winter nach einem Zombie-Outbreak einigermaßen sicher in ihrem Elternhaus in den Alpen verbracht haben. Aber jetzt kommt der Frühling, der Schnee schmilzt, die Untoten werden mobiler, die Vorräte gehen aus – und dann taucht endlich wieder ein Erwachsener im Leben der Kinder auf …

Der Roman ist zwar fertig, aber bis zur Veröffentlichung müssen noch ein paar Schritte durchlaufen werden. Überarbeiten, korrigieren, noch mal überarbeiten, Korrektorat, Cover und so weiter und so fort. Dauert also noch ein Weilchen.

Bis dahin mal ein kleiner Appetithappen. Viel Spaß.

DEAD MOUNTAIN – KAPITEL 1:

Sie hören ihn bevor sie ihn sehen.

Oder riechen.

Henni bleibt stehen und sieht zu Fabio.

Die Hand des Jungen umklammert den mattschwarzen Sportbogen so fest, dass die Knöchel weiß hervortreten. Seine braunen Augen sind weit aufgerissen.

Sie lauschen.

Der Wind rauscht in den Bäumen, an deren Ästen die Blätter erst vor wenigen Tagen in voller Pracht zu sprießen begonnen haben.

Da ist es wieder.

Das Klingeln.

Ein Glöckchen.

Fabio runzelt die Stirn und Henni sieht, dass er etwas sagen will. Sie hebt eine Hand und schüttelt den Kopf.

Er schluckt die unausgesprochenen Worte wieder runter.

Das Klingeln wird lauter.

Für einen kurzen Moment schlägt ihr Herz nicht nur aus Angst, sondern auch aus Hoffnung schneller.

Doch dann hört sie die schweren, schlurfenden Schritte, die das klingelnde Glöckchen begleiten.

Das Fünkchen Hoffnung verglüht.

Sie überlegt, ob sie nicht einfach abhauen sollen, aber sie verwirft den Gedanken gleich wieder. Wenn sich einer von denen hier oben rumtreibt, nützt es nichts dem Problem einfach aus dem Weg zu gehen.