Schreiben: „Freedom to have time for the good things to happen“

Veröffentlicht 17. September 2017 in Schreiben

Kürzlich habe ich das Buch „Catching the Big Fish – Meditation, Consciousness, and Creativity“ von Regisseur David Lynch gekauft.

Und gleich in einem der ersten Kapitel hatte ich einen dieser „Ganz genau!“-Momente, die man manchmal hat, wenn andere Kreative über ihre Arbeit reden bzw. schreiben.

Ich habe in letzter Zeit immer wieder festgestellt, dass ich eine gewisse Anlaufzeit brauche, bevor ich mit dem Schreiben beginne. Ein bisschen so wie ein Hai, der sein Opfer eine Weile umkreist, bevor zuschlägt. So umkreise ich die Tastatur, manchmal eine Stunde, manchmal zwei, bevor meine Finger wirklich Worte in den Computer hämmern. Mit etwas Glück kommt man in den „Flow“ oder im besten Falle sogar „in the Zone“, wie ich es nenne, und dann kann und will man gar nicht mehr aufhören.

Aber „anfangen“ ist der Punkt. Und dazu schreibt David Lynch im Kapitel „The Art Life“ folgendes:

„… Bushnell Keeler, the father of my friend Toby, always had this expression: „If you want to get one hour of good painting in, you have to have four hours of uninterrupted time.“ And that’s basically true. You don’t just start painting. You have to sit for a while and get some kind of mental idea in order to go and make the right moves.“

Es war einmal in Deutschland – Sparten-Bestseller

Veröffentlicht 11. September 2017 in Ebook, Es war einmal in Deutschland, Roman

Da checke ich heute morgen meinen Roman ES WAR EINMAL IN DEUTSCHLAND auf Amazon und entdecke ein rotes Fähnchen mit den Worten Bestseller Nr. 1 unter dem Titel (in der Sparte Historische Thriller).

Das freut riesig.

Meinen herzlichsten Dank an alle Käufer und Leser und alle, die sich die Mühe einer Rezension gemacht haben.

 

Scheißhausliteratur (8) Der erste Stein

Veröffentlicht 8. September 2017 in Scheißhausliteratur

Über „Der erste Stein“ von Carsten Jensen hatte ich ja bei den Autorenwahnsinn 2017 Posts bereits kurz gesprochen.

Es geht um dänische Soldaten in Afghanistan. Die ersten hundert Seiten stellt uns Jensen in seiner kurzen, knappen und präzisen Schreibe die Soldaten vor, manche mehr, manche weniger und mit ihnen die ausweglose Situation von ausländischen Streitkräften in Afghanistan.

Dann setzt der Plot ein und darüber will ich gar nichts verraten. Ich wusste nichts über das Buch, als ich angefangen habe zu lesen und das kann ich jedem anderen auch nur empfehlen.

Wenn man eins über den Roman sagen kann, ohne irgend etwas zu verraten, dann, dass er unglaublich gut verdeutlicht, auf was für einem verlorenen Posten die internationalen Truppen in Afghanistan stehen. Ein absurder Krieg, den sie niemals gewinnen können.

Aber welcher Krieg wird schon wirklich gewonnen.

Silver Surfer – Parabel

Veröffentlicht 4. September 2017 in Comics

Jean Giraud aka Moebius war einer der ersten Comic-Zeichner, deren Namen sich in mein Gedächtnis gebrannt haben. Sein Leutnant Blueberry ist auch heute noch einer der besten Western-Comics ever.

Während Blueberry unter Jean Giraud veröffentlicht wurde, nutzte er für das Sciene Fiction Genre, wo er auch einen Klassiker schuf (John Difool) das Pseudonym Moebius.

 

Als Hardcore-Western-Freak wird mir Giraud immer ein kleines bisschen näher stehen, als Moebius, aber dieser Tage bin ich endlich mal dazu gekommen Moebius‘ einzige Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Comic-Riesen Marvel zu lesen: eine von Stan Lee geschriebene Silver Surfer Story namens Parabel.

Und wenn es eine Figur im Marvel Universum gibt, die für Moebius wie geschaffen war, dann der Silver Surfer. Über den Inhalt will ich gar keine Worte verlieren, ich finde die Bilder sprechen für sich.

Buchbeginn – James Crumley – The Last Good Kiss

Veröffentlicht 1. September 2017 in Allgemein, Roman

Auf Twitter kursiert momentan ein Hashtag namens #Buchbeginn, wo Leser die ersten Sätze der Bücher, die sie gerade lesen (oder mögen) posten. Schöne Idee.

Mir kam da sofort der Anfang eines Romans von James Crumley in den Sinn.

Der bereits verstorbene Crumley schrieb sieben Hardboiled-Crime-Romane mit den Privatdetektiven C.W.Sughrue und Milo Milodragatovich, die zu den Klassikern des Genres zählen, auch wenn Crumley nie den Mainstream-Erfolg der vielen Crime-Kollegen hatte, die seine Arbeit bewundern.

          

Wer auf zynische, schwer trinkende Privatdetektive mit Herz und Schnauze steht, sollte sich Crumleys Bücher nicht entgehen lassen.

Hier der nicht umsonst viel zitierte erste Satz aus Crumleys erstem Roman mit C.W. Sughrue, The Last Good Kiss:

 

Revenge – Tony Scotts Meisterwerk

Veröffentlicht 31. August 2017 in Filme, Kino

Gerade fragte jemand auf Twitter, was ich momentan lese.

Das ist REVENGE, eine Novelle von Jim Harrison, Teil eines Buches mit drei Novellen, darunter auch LEGENDS OF THE FALL, die Vorlage für den gleichnamigen Film von Edward Zwick, mit Brad Pitt, Anthony Hopkins und Aidan Quinn.

Aber auch REVENGE wurde verfilmt, und zwar 1990, von Tony Scott. REVENGE ist auf den ersten Blick eine klassische Rache-Geschichte, die allerdings nicht so verläuft, wie es man es bei solchen Stoffen erwarten würde.

Scott hat daraus mit Kevin Costner, Anthony Quinn und Madeleine Stowe einen schwermütigen, brutalen, zutiefst romantischen und melancholischen Film gemacht, der sich eng an Harrisons Vorlage hält.

War ein gigantischer Flop damals. Nicht die Art von Film, die man von Leuten wie Scott und Costner erwartet hätte. Ich mag mehr oder weniger alle Filme von Tony Scott (mal abgesehen von BEVERLY HILLS COP II vielleicht), aber REVENGE ist sein Meisterwerk und definitiv wert (wieder)entdeckt zu werden.

Die Bilder sprechen für sich.

Autorenwahnsinn 2017 – Tag 31: Wie geht es weiter? Dein Jahresziel

Veröffentlicht in Allgemein, Kurzgeschichten, Schreiben

Die Veröffentlichung von „Einen Kopf kürzer – Geschichten von der dunklen Seite“, meiner ersten Kurzgeschichtensammlung.

Hoffentlich pünktlich zu Halloween.

Autorenwahnsinn 2017 – Tag 30: Dein bester Schreibtipp

Veröffentlicht 30. August 2017 in Allgemein, Schreiben

Hör nicht auf Schreibtipps.

Oder:

Schreiben.

Lesen.

Repeat.

Autorenwahnsinn 2017 – Tag 29: Killed Darlings – Gelöschte Szenen

Veröffentlicht 29. August 2017 in Allgemein, Schreiben

Meine beiden Romane haben keine Killed Darlings – Gelöschte Szenen.

Da ist alles drin, was rein sollte, und was nicht rein sollte ist nicht drin und braucht auch niemand zu lesen.

Autorenwahnsinn 2017 – Tag 28: Dein Must-Read diesen Sommer

Veröffentlicht in Allgemein, Roman

Ich will jetzt nicht wieder mit „Der erste Stein“ von Carsten Jensen anfangen, zumal ich es noch nicht zu Ende gelesen habe (ist aber definitiv ein Must-Read, wenn man sich denn für’s Thema Afghanistan-Einsatz interessiert), deswegen hol ich mal eine etwas ältere 960 Seiten (im Taschenbuch) Schwarte raus, die ich immer wieder erwähne.

Lonesome Dove, von Larry McMurtry

Ein epischer Roman über zwei alte Texas Ranger, den lebensfrohen, humorvollen Gus McCrae und seinen besten Freund, den grantigen und verschlossenen Woodrow F. Call, die mit einer bunt zusammengewürfelten Truppe eine Rinderherde von Texas bis nach Montana treiben. Das ist mehr als ein Western, das ist ein Buch über Freundschaft, Familie, Leben, Leiden, Spaß und Tod. Geschrieben von einem der ganz großen amerikanischen Schriftsteller, dessen Werk auf Deutsch unverständlicherweise nur unvollständig erschienen und inzwischen komplett out-of-print ist.

Auf den Roman bin ich übrigens erst durch die brilliante Fernsehverfilmung von 1989 gestoßen. Autor Bill Wittliff und Regisseur Simon Wincer packen den Roman in vier Neunzigminüter mit Robert Duvall als Gus McCrae und Tommy Lee Jones als Woodrow Call in den Hauptrollen. Perfekteres Casting gibt es nicht. Die Verfilmung kann ich genauso empfehlen wie den Roman. Ebenso den Score von Basil Poledouris.

McMurtry ließ dem Roman noch ein Sequel (Streets of Laredo) und zwei Prequels (Dead Man’s Walk, Comanche Moon) folgen, die ihren eigenen Reiz haben, aber der beste Einstieg in die Welt von Gus und Call bleibt Lonesome Dove.