Stefans Horroktoberfest 2017 – Tag 18: ALICE MATHESON von Jean-Luc Istin & Philippe Vandaële

Veröffentlicht 18. Oktober 2017 in Horroktoberfest

Alice Matheson ist noch ein Beispiel dafür, wie man dem Thema Zombies wieder eine neue Seite abgewinnen kann.

In dem Comic der Franzosen Jean-Luc Estin (Text) und Philippe Vandaele (Zeichnungen) geht es um die britische Krankenschwester Alice Matheson und den plötzlichen Ausbruch einer Zombie-Epidemie in London, der im Krankenhaus, in dem Alice arbeitet, seinen Ursprung zu haben scheint. Das Besondere daran: Alice ist ein gefühlloser Todesengel, eine Frau, die perverse Befriedigung darin findet schwerkranke Menschen zu töten. Bislang ist sie nicht aufgeflogen, aber dank der Zombie-Plage und der offiziellen Suche nach deren Ursache, könnte sich das ändern…

Hier wird das Zombie-Thema nicht als große Apokalypse angegangen, wie in fast allen anderen Beitragen zum Genre, sondern eher als Thriller (fliegt Alice auf, wer steckt hinter dem Outbreak?), aber natürlich mangelt es nicht an den üblichen Zombie-Szenen. Definitiv eine Abwechslung.

 

Stefans Horroktoberfest 2017 – Tag 17: MONSTERS IN THE MOVIES von John Landis

Veröffentlicht 17. Oktober 2017 in Horroktoberfest

Großartiges Coffeetable-Book von John Landis, in dem uns der Regisseur von American Werwolf, Blues Brothers und anderen Klassikern mit großformatigen Bildern und wenig Text die Monster der Filmgeschichte und die Streifen in denen sie auftauchen vorstellt.

  

Von Vampiren, Werwölfen und Zombies über Außerirdische, menschliche Monster, den Teufel, verrückte Wissenschaftler, Nazi- Monster, Drachen, Mutanten und und und. Landis lässt wirklich nichts aus, von den großen Klassikern und weltbekannten Filmen bis hin zu vielen kruden Machwerken wie zum Beispiel Elsa, She-Wolf of the SS, über den Landis salopp schreibt: „… a sordid piece of crap.“

Dazwischen gibt’s kurze Interviews mit Genre-Größen wie Joe Dante, Guillermo Del Toro, Sam Raimi, Ray Harryhausen und anderen.

Stefans Horroktoberfest 2017 – Tag 16: NIGHT OF THE LIVING DEAD von George A. Romero

Veröffentlicht 16. Oktober 2017 in Horroktoberfest

„They’re coming to get you, Barbara!“

Night of the Living Dead aus dem Jahr 1969, der erste Film des kürzlich verstorbenen George A. Romero, ist die Geburtsstunde des Zombie(films), wie wir ihn heute kennen.

Eine Gruppe von Menschen findet sich in einem einsamen Farmhaus in Pennsylvania von zum Leben erwachten Toten umzingelt, die nur eins wollen: die Lebenden fressen. Der Kampf ums Überleben beginnt…

Wie Tanz der Teufel wurde auch dieser Meilenstein des Genres von allen Beteiligten für kleines Geld in ihrer Freizeit gedreht.

Die große Tragik für Regisseur und Co-Autor Romero lag in der Tatsache, dass der damalige Filmverleih nach einer Titeländerung vergaß den Film mit einem Urheberrechts-Hinweis zu versehen, so dass Night of the Living Dead in den USA ein gemeinfreies Werk war. Das heißt, jeder konnte und kann den Film oder Teile davon für seine Zwecke verwenden, ohne das Romero und Russo jemals Tantiemen dafür gesehen haben.

Wer Zombies liebt und Romero’s Schwarzweiß-Klassiker nicht kennt, schuldet es sich (und Romero), dass nachzuholen.

1990 produzierte Romero selbst ein gelungenes Remake unter der Regie von Maskenbildner Tom Savini, dass sich eng an das Original hält und trotzdem ein paar neue Aspekte findet. Gutes Companion-Piece für ein Zombie-Double-Feature im Horroktober.

Stefans Horroktoberfest 2017 – Tag 15: PET SEMETARY von Stephen King

Veröffentlicht in Horroktoberfest

Schon wieder Altmeister Stephen King in seiner Blütezeit.

Die Familie des Arztes Louis Creed bezieht ein neues Haus in Maine. Als die von allen geliebte Familienkatze stirbt führt ein Nachbar Louis zu einem alten Indianerfriedhof, von dem angeblich beerdigte Tiere lebend zurückkehren.

Und tatsächlich. Die tote Katze der Creeds kommt zurück. Lebendig, aber anders.

Bald wünscht sich Louis er hätte das Tier tot sein lassen.

Und dann ist die Katze nicht das einzige tote Familienmitglied.

Einmal mehr und wider besseren Wissens trägt Louis Creed einen Leichnam zum Pet Semetary…

Pet Semetary, zu Deutsch Friedhof der Kuscheltiere, ist eins von Kings unheimlichsten, dunkelsten und deprimierendsten Büchern, mit einem unvergesslichen Ende.

„Darling.“

Stefans Horroktoberfest 2017 – Tag 14: WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN

Veröffentlicht 14. Oktober 2017 in Horroktoberfest

Noch so ein unvergesslicher Streifen, den ich das erste (und in diesem Fall das bislang letzte) Mal gesehen habe, als es noch die ARD-Sportschau und das Wort zum Sonntag gab, bevor der Spätfilm ausgestrahlt wurde.

Unvergesslich, obwohl ich mich eigentlich nur noch an zwei Momente erinnern kann.

Die Szene, in der Donald Sutherland mit seiner Frau Julie Christie schläft, während ihr gemeinsames Kind draußen im Garten im Teich ertrinkt.

Und der Schluss.

Der Zwerg.

Der gottverdammte Zwerg im roten Mantel.

Mehr will ich zu dem Film von Nicolas Roeg gar nicht sagen.

Außer, dass er zu dem unheimlichsten gehört, was ich je gesehen habe.

Stefans Horroktoberfest 2017 – Tag 13: Something Wicked This Way Comes von Ray Bradbury

Veröffentlicht 13. Oktober 2017 in Horroktoberfest

Neben dem bereits erwähnten The Halloween Tree ist Something Wicked This Way Comes, zu Deutsch Das Böse kommt auf leisen Sohlenein weiteres perfektes Oktober-Buch von Ray Bradbury.

Pünktlich zum Herbst zieht ein Jahrmarkt in die Kleinstadt Green Town, in der die beiden dreizehnjährigen Freunde Jim und Will leben. Der Jahrmarkt und sein Besitzer, Mr. Dark, dessen Körper voll mit sich verändernden Tätowierungen ist, üben eine unheimliche Faszination auf die beiden Jungen aus. Sie finden heraus, dass es ein Karussell gibt, das das Alter von Menschen verändern kann – aber diejenigen, die der Versuchung erliegen es zu besteigen zahlen einen hohen Preis dafür. Bald geraten auch die beiden Freunde und Wills alternder Vater ins Visier des „illustrated Man“ und seines Jahrmarkts…

Magisch, melancholisch, unheimlich, nostalgisch und absolut empfehlenswert.

Stefans Horroktoberfest 2017 – Tag 12: WORLD WAR Z von Max Brooks

Veröffentlicht 12. Oktober 2017 in Horroktoberfest

Bislang hat in meinen Augen niemand WORLD WAR Z, erschienen 2006 und geschrieben von Max Brooks, dem Sohn der Komiker-Legende Mel Brooks, als die Mutter aller Zombie-Bücher verdrängen können.

Ein „Sachbuch“, das zehn Jahre nach dem Ende eines weltweiten Zombie-Outbreaks Überlebende aus der ganzen Welt in Form von Interviews durch einen UN-Mitarbeiter zu Wort kommen lässt: Zivilisten, Soldaten, Wissenschaftler, Politiker und andere.

Das alles thematisch chronologisch geordnet, beginnend mit den ersten Anzeichen der Zombies, der weltweiten Panik, als sich die Untoten ausbreiten, dem verzweifelten und hilflosen Kampf, dem Zusammenbruch der Zivilisation, dem Beginn des organisierten Krieges gegen die Zombies, dem finalen Sieg und dem Wiederaufbau der menschlichen Gesellschaft.

Schon nach wenigen Seiten vergisst man das ungewöhnliche Format und in meinem Fall auch die Tatsache, dass es in Wirklichkeit keine Zombies gibt. Denn Max Brooks‘ geht das Thema nicht augenzwinkernd oder ironisch an, sondern bierernst und er versucht so realistisch wie möglich die menschlichen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Umstände einer solchen fiktiven Katastrophe zu beleuchten. Und das spannender und mitreißender als jeder „normale“ Zombie-Roman. Eins der wenigen Bücher, dass ich innerhalb kürzester Zeit mehrmals verschlungen habe.

2013 kam natürlich die unvermeidliche Verfilmung und obwohl trotz schwieriger Entstehungsgeschichte finanziell erfolgreich war der Streifen ein filmischer PG-13-Schuss in den Ofen. Brad Pitt kämpft gegen rennende Zombies (im Buch rennen sie nicht und Max Brooks beleuchtet auch, warum das medizinisch/wissenschaftlich nicht möglich ist) und nur sehr wenige Elemente der Vorlage finden sich im Film wieder. Sicher, das Interview-Format ohne durchgehende Hauptfigur machte eine Verfilmung von vornherein zum schwierigen Unterfangen, aber wer ein bisschen sucht, kann im Internet zwei frühe Drehbuchfassungen von J. Michael Straczynski finden, die wesentlich näher an Brooks‘ Buch und besser als das sind, was letztendlich auf der Leinwand landete.

Stefans Horroktoberfest 2017 – Tag 11: TANZ DER TEUFEL von Sam Raimi

Veröffentlicht 11. Oktober 2017 in Horroktoberfest

Das waren noch Zeiten. Damals, 1984, als The Evil Dead aka Tanz der Teufel von der damaligen Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften wegen seiner drastischen Gewaltszenen indiziert und wenig später von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wurde. Erst zweiunddreißig Jahre später, nämlich 2016, wurden Indizierung und Beschlagnahmung aufgehoben, und erst kürzlich, im September 2017, lief der komplett ungeschnittene Film zum ersten Mal im deutschen TV auf Tele 5. Aber da war The Evil Dead schon längst ein Klassiker mit zwei Sequels (Tanz der Teufel 2/Evil Dead 2, Armee der Finsternis/Army of Darkness), einem Remake, einer eigenen Fernsehserie und diversen Comic-Spinoffs. Hauptdarsteller Bruce Campbell und Ash, der Charakter, den er spielt, wurden weltweite Kultfiguren.

Eine Menge Ruhm für ein von ein paar Freunden am Wochenende für Kleingeld runtergekurbeltes Horrorfilmchen. Und der Beweis, dass kein Tugendwächter der Welt, ein Publikum davon abhalten kann einen Film/ein Buch/irgendein anderes Kunstwerk zu finden und zu genießen, wenn ihm danach ist. Die Indizierungswelle der Achtziger war genauso erfolgreich wie die Prohibition: nämlich gar nicht. Wenn Filme nicht auf den offiziellen Kanälen zu bekommen sind findet man eben andere Möglichkeiten. Ich sah Tanz der Teufel das erste Mal als bereits mehrfach kopierte, albgenudelte VHS-Raubkopie, die ich meinerseits raubkopierte, so wieder jeder andere Kumpel, der den Film in die Hände bekam.

Was haben wir das Ding rauf- und runtergeguckt. Dabei ist es auf den ersten Blick nicht mehr, als eine schlicht gestrickte Cabin-in-the-Woods-Horrorstory. Ein paar Freunde verbringen ein Wochenende in einer Waldhütte, finden dort das Necronomicon, das Buch der Toten – und machen den Fehler laut daraus vorzulesen, was das Böse zum Leben erweckt und das „splatterige“ Ende der Freunde bedeutet. Von Sam Raimi mit allerlei filmischen Mätzchen und irrwitzigen Kamerafahrten inszeniert, voll mit einer durchgeknallten Energie, die über alle Schwächen der Story hinwegfegt wie Herbststurm Xavier, der hier kürzlich Bäume gefällt und Dächer abgedeckt hat.

Wenn ein Film die Label Klassiker und Kult verdient, dann Tanz der Teufel. Wer das hier liest und den Film nicht kennt: worauf wartet ihr? Mit dem Ende der Indizierung gibt’s tolle neue Blu-Ray oder Streaming-Versionen von Tanz der Teufel. Spaß ist garantiert. Nur eins werdet ihr nicht haben: den Reiz des Verbotenen und den Charme einer verranzten VHS-Raubkopie.

 

Stefans Horroktoberfest 2017 – Tag 10: THE ENEMY SERIES von Charlie Higson

Veröffentlicht 10. Oktober 2017 in Horroktoberfest

Mein bereits fertig geschriebener, aber noch unveröffentlichter dritter Roman dreht sich um zwei Kinder und Zombies.

Zombies waren immer meine „Lieblingsmonster“, dumm, unberechenbar und absolut furchteinflößend, und während der Arbeit an dem neuen Roman habe ich meinen Schädel intensiv mit allem an Filmen und Büchern zum Thema gefüttert, was ich finden konnte.

Dabei bin ich auf die siebenteilige Reihe (The Enemey, The Dead, The Fear, The Sacrifice, The Fallen, The Hunter, The End) von Young Adult Romanen des britischen Autoren Charlie Higson unter dem Obertitel The Enemy gestoßen. Auch wenn es streng genommen keine Zombies sind, die hier Menschen töten und fressen, sondern Infizierte, die zum Teil sogar noch Anflüge von menschlichen Regungen verspüren können.

Gute Kinder- und Jugendbücher/Filme zeichnen sich dadurch aus, dass jede Altersgruppe Spaß dran finden kann, und die Enemy-Bücher hatten mich gleich von Anfang an am Haken.

Es geht um einen Virus/eine Krankheit, der/die alle Menschen über Vierzehn in stolpernde, hirnlose Kreaturen verwandelt, die nur eins im Sinn haben: Kinder und Jugendliche töten und fressen. Die Bücher spielen in London und erzählen von verschiedenen Gruppen von Kindern/Jugendlichen, die nach dem Zusammenbruch der Gesellschaft dort ums Überleben kämpfen und gleichzeitig versuchen herauszufinden, was hinter der Krankheit steckt.

Die Handlung der Romane springt zwischen verschiedenen Gruppen von Jugendlichen hin und her, und wenn man die Bücher nicht in einem Rutsch liest, sondern sporadisch, so wie ich, dann kann man bei den Dutzenden von Charakteren schon mal den Überblick darüber verlieren. Zum Glück gibt es im Zeitalter des Internets für alles einen Wikipedia-Eintrag, so auch hier. Da kann man schnell noch mal eine kurze Zusammenfassung der vorangegangen Romane finden.

Charlie Higson erzählt tempo- und einfallsreich, voll mit Blood & Gore – aber auch großen Emotionen: denn die Romane sind zwar für jugendliche Leser geschrieben, aber der Autor schaltet nie in den Weichspülgang: viele Figuren bleiben grausig und traurig auf der Strecke.

Zwei der sieben Romane liegen noch vor mir und ich bin gespannt, wie Charlie Higson seine Geschichte zu Ende bringt.

 

Stefans Horroktoberfest 2017 – Tag 9: HORROR OF DRACULA

Veröffentlicht 9. Oktober 2017 in Horroktoberfest

Die Samstage meiner Kindheit. Wenn ich meine Eltern überreden konnte den Spätfilm in der ARD nach dem Sport-Studio und dem Wort zum Sonntag zu gucken.

Einer davon war der erste Dracula-Streifen aus der Hammer-Film-Schmiede von 1958: Horror of Dracula, zu Deutsch schlicht Dracula, inszeniert von Terence Fisher und geschrieben von Jimmy Sangster.

Was hängen blieb: die knalligen Farben, die Studio-Kulissen, die Matte-Paintings der transylvanischen Berge im Hintergrund. Das grellrote Blut, das spritzt, als Peter Cushings Van Helsing einen Pflock in die Brust einer weißbekleideten Vampir-Braut hämmert. Christopher Lees Dracula, der sich unter dem großen Kreuz in Van Helsings Händen krümmt und das Sonnenlicht, das durch die Fenster strömt, als Van Helsing im Kampf mit Dracula die Vorhänge beiseite reißt. Dracula, der zu Staub verfällt.

Das alles hinterließ einen unvergesslichen Eindruck. Ich weiß noch, wie ich nach dem Film mit untereinander geschlagenen Beinen auf der Couch saß und die gerade gesehenen Bilder in meinem Kopf begeistert Revue passieren ließ, während kalte Nachtluft durch die offene Balkontür strömte, wo mein Vater draußen stand und noch eine Zigarette rauchte, bevor wir schlafen gingen.

Horror of Dracula hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren und war der erste Dracula-Film den ich je gesehen habe. Deswegen ist Dracula für mich in erster Linie immer Christopher Lee, auch wenn Bela Lugosi aus dem Universal-Klassiker Dracula von 1931 vor ihm da war.