Stefans Horroktoberfest 2017 – Tag 5: THE HALLOWEEN TREE von Ray Bradbury

Veröffentlicht 5. Oktober 2017 in Horroktoberfest

Das erste Buch, das ich je von Ray Bradbury gelesen habe, war seine kurze Abhandlung über das Schreiben: Zen and the Art of Writing. Seine poetische Schreibe war selbst in diesem Sachbuch nicht zu verkennen. Jahre später las ich dann eine seiner Kurzgeschichtensammlungen, und ganz ehrlich: Ich habe keine einzige Story verstanden (wenn es denn etwas zu verstehen gab).

Aber mir war klar, der Mann ist ein grandioser Autor.

Erst vor zwei Jahren habe ich mein erstes Bradbury-Buch gelesen und das war The Halloween Treezu Deutsch nur Halloween.

Mehr als eine kurze Inhaltsangabe braucht man dazu nicht zu wissen: An einem Halloween-Abend machen acht Freunde ihre Trick or Treat-Runde durch die Nachbarschaft.  Vor einem seltsamen Haus treffen sie den noch seltsameren Mr. Moundshroud. Als einer der Jungen von einem dunklen Etwas entführt wird, nimmt Mr. Moundshroud die restlichen Kinder am Schwanz eines Winddrachens hängend mit auf eine Reise durch Raum und Zeit, um in der Vergangenheit (in der Steinzeit, dem alten Ägypten, dem Mittelalter) nach ihrem verschwundenen Freund zu suchen und die Bedeutung Halloweens kennenzulernen.

Eine wunderbare, magische Geschichte, die es (zumindest auf Englisch) in vielen verschiedenen Ausgaben mit tollen Illustrationen gibt. Es existiert auch eine Hanna Barbara Trickfilm-Adaption von 1993, die ich mir für diesen Oktober auf die persönliche Watchlist gesetzt habe.

Stefans Horroktoberfest – Tag 4: The Fog – Nebel des Grauens

Veröffentlicht 4. Oktober 2017 in Horroktoberfest

Ich hab keine Ahnung, wann ich The Fog von John Carpenter das erste Mal gesehen habe.

Ich weiß nur, dass ich ihn seitdem immer wieder sehen kann.

Nach Halloween landete Carpenter damit seinen zweiten Horrorklassiker (wieder mit Jamie Lee Curtis). Einen der zum Glück nie eine Fortsetzung hatte, nur ein richtig beschissenes Remake, aber welches Remake ist das nicht.

The Fog ist eine klassische Geistergeschichte. Seeleute, denen Unrecht getan wurde, kehren in einer Nebelfront als Geister zurück, um sich zu an den Nachfahren ihrer Mörder zu rächen. Nicht von ungefähr beginnt der Film mit einem alten Seebären, der Kindern an einem Lagerfeuer am Strand eine Geistergeschichte erzählt.

Interessant ist, dass Carpenter zunächst erhebliche Probleme hatte; eine erste Version von The Fog funktionierte überhaupt nicht und erst durch massive Änderungen und Nachdrehs (darunter die erwähnte Lagerfeuerszene) bekam er den Film in den Griff.

Für mich lebt The Fog vor allem durch seine Atmosphäre, die Bilder des verschlafenen Küstenorts Antonio Bay, über den das Unheil vom Meer kommend hereinbricht, und der grandiose Score, den Carpenter wie bei vielen seiner Filme, selbst komponierte.

Besonders fasziniert hat mich immer die Radiostation von Stevie Wayne (Adrianne Barbeau) in einem Leuchtturm direkt an der Küste. Diese Szenen wurden im Point Reyes Lighthouse im Point Reyes National Seashore gedreht, dass ich vor ein paar Jahren mal besucht habe. An einem der wenigen Tage im Jahr, sagte ein Park Ranger, an dem die Küste mal nicht im Nebel liegt. Trotzdem konnte ich Carpenters Musik zu The Fog förmlich hören, als ich die langen, steilen Stufen zum Leuchtturm hinabstieg.

#Buchpassion: Lieblingsautor*in

Veröffentlicht in Allgemein, Schreiben

Ich habe keinen einzelnen Lieblingsautoren.

Ich habe viele verschiedene Lieblingsautoren.

Aber für die #Buchpassion mache ich mal eine Ausnahme und nenne einen Namen.

Don Winslow.

Vor Jahre schwärmte mir mein Freund Michel Birbaek, selbst Autor von fünf Romanen (der sechste erscheint demnächst), immer von einem Buch namens The Life and Death of Bobby Z vor.

Irgendwann habe ich das dann mal gelesen.

Und hatte die Droge Winslow intus.

Die Sucht wurde mit jedem Buch größer.

Stefans Horroktoberfest – Tag 3: NIGHT IN THE LONESOME OCTOBER von Richard Laymon

Veröffentlicht 3. Oktober 2017 in Horroktoberfest

Richard Laymon ist leider bereits 2001 mit 54 Jahren verstorben, hat aber über dreißig Romane und Dutzende Kurzgeschichten veröffentlicht. Alles knallhartes Horror-Zeug, prallvoll mit Sex und Gewalt, manche mit übernatürlichen Elementen, in anderen ist der Mensch Horror genug. Bei so vielen Büchern ist nicht jeder Schuss ein Treffer, zumal einige Romane erst posthum veröffentlicht wurden, aber Laymons Werk ist in seiner Vielfalt (auch wenn man alle unter Horror verorten kann) absolut beeindruckend.

NIGHT IN THE LONESOME OCTOBER (in Deutschland als FINSTER erschienen) ist einer meiner bisherigen Favoriten (und wohl der erste posthum veröffentlichte Roman). Die Story dreht sich um Ed, einen Studenten, der, nachdem seine Freundin ihn verlassen hat, damit beginnt nächtliche Spaziergänge durch die Stadt Wilmington zu machen. Dabei trifft er auf die unterschiedlichsten Charaktere, manche interessant, manche seltsam – und manche verdammt gefährlich. Es gibt keinen stringenten Plot, stattdessen viele lose dahintreibende Elemente (wie zum Beispiel Kannibalen unter einer Brücke, I shit you not), aber Laymon verleiht Eds Spaziergängen etwas magisches, traumhaftes, und man kann beim Lesen die lauen Oktobernächte Wilmingtons förmlich spüren.

Stefans Horroktoberfest 2017 – Tag 2: TRAIN TO BUSAN

Veröffentlicht 2. Oktober 2017 in Horroktoberfest

Immer wenn jemand den Zombiefilm für tot erklärt kommt ein Streifen wie Train to Busan daher.

Ein geschiedener Vater in Süd-Korea will seine Tochter mit dem Schnellzug zu ihrer Mutter nach Busan bringen. Zur selben Zeit geschehen in der ganzen Gegend seltsame Dinge (Tote erwachen zum Leben), woran die Firma des Vaters Mitschuld tragen könnte. Kaum sind Vater und Tochter im Schnellzug bricht das Chaos aus. Lebende Tote der schnellen Variante setzen das Land in Angst und Schrecken. Die Reisenden erfahren, dass der Schnellzug aufgrund der Gefahr bis Busan nicht mehr stoppen wird. Aber es befindet sich bereits ein Infizierter an Bord und die Passagiere müssen im dahinrasenden Zug um ihr Leben und gegen eine stetig wachsende Anzahl von Zombies/Infizierten kämpfen.

Mir ist erst hinterher aufgefallen, dass es keine expliziten Gore-Szenen gibt, keine abgerissenen Körperteile oder Eingeweide. Das hat Train to Busan nicht nötig. Die Handlung rast dahin wie der titelgebende Schnellzug. Da sitzt jede Szene, die Spannung wird mit den Daumenschrauben angezogen, die Charaktere sind mit wenigen Pinselstrichen überzeugend gezeichnet und die Emotionalität kommt auch nicht zu kurz.

Train to Busan ist ein absoluter Knaller.

Stefans Horroktoberfest 2017 – Tag 1: IT von Stephen King

Veröffentlicht 1. Oktober 2017 in Horroktoberfest

Stefans Horrorktoberfest: Jeden Tag ein Häppchen Horror. Buch oder Film, was mir morgens gerade in den Sinn kommt.

Fangen wir mit einem Roman an. Einem Klassiker, dessen (Neu)Verfilmung gerade im Kino läuft und dessen Titel dadurch in aller Munde ist.

IT von Stephen King.

Ich habe den Roman gelesen, als er herauskam. 1986, als Teenager. Das war die Zeit, in der ich jeden neuen King-Roman noch sofort nach Erscheinen verschlungen habe. Das änderte sich Anfang der Neunziger nach Needful Things. Ich hatte das Gefühl Kings Werke wurden immer länger, aber auch irgendwie langweiliger. Immer öfter dachte ich: weniger wäre mehr gewesen. Mit den Jahren habe ich King nur noch sporadisch, bis gar nicht mehr gelesen, aber das ist eine andere Geschichte. Und ändert nichts an der Tatsache, dass Stephen King der Meister ist.

Der ungekrönte König.

Und IT oder ES wie der Roman auf Deutsch heißt, ist eins dieser Bücher, dass eine ganze Generation geprägt hat und nicht umsonst, als eine von Kings besten Arbeiten gilt.

Der Meister auf dem Höhepunkt seiner Kunst könnte man behaupten.

Es war einmal in Deutschland – Kristallnacht

Veröffentlicht 25. September 2017 in Ebook, Es war einmal in Deutschland, Roman

Schreiben: „Freedom to have time for the good things to happen“

Veröffentlicht 17. September 2017 in Schreiben

Kürzlich habe ich das Buch „Catching the Big Fish – Meditation, Consciousness, and Creativity“ von Regisseur David Lynch gekauft.

Und gleich in einem der ersten Kapitel hatte ich einen dieser „Ganz genau!“-Momente, die man manchmal hat, wenn andere Kreative über ihre Arbeit reden bzw. schreiben.

Ich habe in letzter Zeit immer wieder festgestellt, dass ich eine gewisse Anlaufzeit brauche, bevor ich mit dem Schreiben beginne. Ein bisschen so wie ein Hai, der sein Opfer eine Weile umkreist, bevor zuschlägt. So umkreise ich die Tastatur, manchmal eine Stunde, manchmal zwei, bevor meine Finger wirklich Worte in den Computer hämmern. Mit etwas Glück kommt man in den „Flow“ oder im besten Falle sogar „in the Zone“, wie ich es nenne, und dann kann und will man gar nicht mehr aufhören.

Aber „anfangen“ ist der Punkt. Und dazu schreibt David Lynch im Kapitel „The Art Life“ folgendes:

„… Bushnell Keeler, the father of my friend Toby, always had this expression: „If you want to get one hour of good painting in, you have to have four hours of uninterrupted time.“ And that’s basically true. You don’t just start painting. You have to sit for a while and get some kind of mental idea in order to go and make the right moves.“

Es war einmal in Deutschland – Sparten-Bestseller

Veröffentlicht 11. September 2017 in Ebook, Es war einmal in Deutschland, Roman

Da checke ich heute morgen meinen Roman ES WAR EINMAL IN DEUTSCHLAND auf Amazon und entdecke ein rotes Fähnchen mit den Worten Bestseller Nr. 1 unter dem Titel (in der Sparte Historische Thriller).

Das freut riesig.

Meinen herzlichsten Dank an alle Käufer und Leser und alle, die sich die Mühe einer Rezension gemacht haben.

 

Scheißhausliteratur (8) Der erste Stein

Veröffentlicht 8. September 2017 in Scheißhausliteratur

Über „Der erste Stein“ von Carsten Jensen hatte ich ja bei den Autorenwahnsinn 2017 Posts bereits kurz gesprochen.

Es geht um dänische Soldaten in Afghanistan. Die ersten hundert Seiten stellt uns Jensen in seiner kurzen, knappen und präzisen Schreibe die Soldaten vor, manche mehr, manche weniger und mit ihnen die ausweglose Situation von ausländischen Streitkräften in Afghanistan.

Dann setzt der Plot ein und darüber will ich gar nichts verraten. Ich wusste nichts über das Buch, als ich angefangen habe zu lesen und das kann ich jedem anderen auch nur empfehlen.

Wenn man eins über den Roman sagen kann, ohne irgend etwas zu verraten, dann, dass er unglaublich gut verdeutlicht, auf was für einem verlorenen Posten die internationalen Truppen in Afghanistan stehen. Ein absurder Krieg, den sie niemals gewinnen können.

Aber welcher Krieg wird schon wirklich gewonnen.